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Scholz, Gerhard

* 1.10.1903, † 31.8.1989
Literaturwissenschaftler

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Liegnitz (Niederschl. / Legnica, Polen); Vater Lehrer; Studium der Germanistik, Lit.-Geschichte u. Allg. Geschichte in Tübingen, Heidelberg u. Berlin; 1926 soz. Studentengr.; SPD; 1931 SAP; wiss. Assistent; 1932 Referendar im höheren Schuldienst, Mai 1933 entfernt; 1936 Verfolgung wegen »Vorber. zum Hochverrat«; 1936 Emigr. nach Prag; Mitarb. u. Berater im tschech. Kultusmin.; Hrsg. einer Briefschule; Mitarb. an der Zürcher Ztschr. »Mass u. Wert« bzw. in der Thomas-Mann-Ges. dt. Emigr. in Prag; 1938 Flucht über Warschau u. Riga nach Stockholm; 1939 Austritt aus d. SAP; KPD-Sympathisant; Aufb. eines Sprachinst. (phonet. Methode); schließl. wiss. Assistent am Sozialwiss. Inst. der Univ. Stockholm.
Juli 1946 Rückkehr nach Berlin; SED; Mitarb. der Dt. ZV für Volksbildung, persönl. Ref. bei  Paul Wandel; 1948/49 Mitarb. am Marx-Engels-Lenin-Stalin-Inst.; 1949 Berufung zum Dir. des Goethe-Schiller-Archivs sowie 1950 der Klass. Stätten in Weimar, Aufbau des Goethezeit-Museums u. dessen Dir.; 1950 Verleihung des Prof.-Titels als ord. Lehrstuhlinhaber am Theaterinst. in Weimar; Lehrauftrag für Germanistik in Jena; 1950/51 Ltr. des Germanistenlehrgangs für Nachwuchswissenschaftler (u. a. Inge Diersen,  Hans Kaufmann, Siegfried Streller,  Hans-Günther Thalheim, Hedwig Voegt); Entlassung als Dir.; zeitw. ohne feste Anstellung; 1953 freier Mitarb. beim Aufbau des Museums für Dt. Geschichte; 1954 feste Einstellung, Forschungsstipendiat; 1955 Berufung in den Wiss. Rat eines Lehrstuhls am Inst. für Ges.-Wiss.; 1958 Prom. zum Dr. phil. in Rostock mit der Diss. »Der Dramenstil des ?Sturm u. Drang? im Lichte der dramaturg. Arbeiten des jungen Schiller«; ab 1.9.1959 Prof. mit Lehrauftrag für Neuere dt. u. skandinav. Lit. an der HU Berlin; 1.12.1960 Ltr. der Abt. für nord. u. niederl. Philol.; 1969 kurz vor der Em. ord. Prof.; Präs. bzw. Vizepräs. der Dt.-Nord. Ges.; 1969 Lessing-Preis; 1973 VVO; wirkte schulbildend durch seinen Forschungsansatz, die auslösende Rolle pol. Ereignisse u. die Verarbeitung von Sozialerfahrung in den komplexen poet. Strukturen der dt. Lit. des 18. Jh. nachzuweisen; Arbeiten zur Theorie einer marxist. Rezeption des klass. Erbes, zu Johann W. v. Goethe (u. a. »Faust-Gespräche« 1967), Friedrich Schiller, Johann G. Herder u. a.; Mitbegr. einer marxist. Germanistik in der DDR; gest. in Berlin.

Sek.-Lit.: Positionen. Beiträge zur marxist. Lit.-Theorie in der DDR. Berlin 1969; Krenzlin, L.: G. S. u. sein Kreis. In: Ehrlich, L., Mai, G. (Hrsg.): Weimarer Klassik in der Ära Ulbricht. Köln 2000.
MFS

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