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Schottlaender, Rudolf

* 5.8.1900, † 1.4.1988
Philologe, Philosoph

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin in einer bürgerl. jüd. Familie; Gymnasium; 1918 – 23 Studium der Philos. u. Philol. in Berlin, Marburg, Freiburg u. Heidelberg; hier 1923 Prom. über die Nikomach. Ethik bei Aristoteles; bis 1933 als Übersetzer u. Publizist tätig; danach Privatgelehrter, blieb durch die Ehe mit einer nichtjüd. Frau vor der Deportation bewahrt; tätig als Krankenpfleger u. Arbeiter in einer Munitionsfabrik.
1947 Prof. für Philos. an der TH Dresden; 1949 nach Konflikten mit der SED Entlassung u. Übersiedl. nach Berlin (West); bis 1959 Lehrtätigkeit (Latein u. Griech.) an Gymnasien; 1951 Gründung (mit Manfred Röhling) des Wochenblatts »SOS-Ztg. für weltweite Verständigung«; 1959 Entlassung aus dem Schuldienst wg. seines Eintretens gegen Wiederaufrüstung u. Atombewaffnung; 1960 Übersiedl. nach Berlin (Ost); ord. Prof. für klass. Philol. an der HU Berlin; 1965 em.; ab Mitte der 60er Jahre wachsende, auch öffentl. Kritik an den gesellsch. Verhältnissen in der DDR, u. a. Engagement für  Robert Havemann u. 1979 Protest gegen die Inhaftierung von  Rudolf Bahro u. Nico Hübner; gest. in Berlin.
Sek.-Lit.: Schottländer, R. (Hrsg.): Gedenkwerk zum 100. Geb. von R. Sch. Manuskriptdruck Berlin 2000 (mit Schriftenverz.); Aly, G.: Von den tragenden Volkskräften isoliert. Zum 100. Geb. von R. Sch. In: Jahrbuch für Universitätsgesch. 2003; Herzberg, G.: Streitbarer Idealismus. In: Rauh, H. C., Gerlach, H.-M. (Hrsg.): Ausgänge. Zur DDR-Philos. in den 70er u. 80er Jahren. Berlin 2009.

Publ.: Theorie des Vertrauens. Berlin 1957; Röm. Gesellschaftsdenken. Berlin 1965; Trotz allem ein Deutscher. Mein Lebensweg seit Jahrhundertbeginn. Autobiogr. Freiburg 1986; Synopsis. Würzburg 1988; Verfolgte Wissenschaft. Berlin 1988.
DiH

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