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Schroeder, Max (urspr. Schröder)

* 16.4.1900, † 14.1.1958
Cheflektor des Aufbau-Verlags

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Lübeck; Vater Rechtsanwalt; 1906 – 17 Humanist. Gymnasium in Lübeck, 1917 Notabitur; 1918 Militärdienst in Schwerin; 1918/ 19 Mitgl. eines Arbeiter- u. Soldatenrats; 1919 – 24 Studium der Kunstgeschichte in Rostock, Freiburg, München, Berlin u. Göttingen, Abbruch; 1919 – 23 Mitgl. der demokrat. Studentenvereinigung; 1920/21 Mitarb. im Kurt-Wolff-Verlag; journalist. Tätigkeiten; 1924 freier Mitarb. u. a. bei »Berliner Börsen Kurier«, »Die Weltbühne« u. »Berliner Volkszeitung«; 1925 – 29 Verf. von Romanen u. Bühnenwerken; 1929 SDS, Studium des Marxismus; 1931 – 33 Wohnung in der »Künstlerkolonie« am Breitenbachplatz in Berlin-Wilmersdorf, Teiln. an antifasch. Aktionen; 1932 KPD; März 1933 – 41 Emigr. nach Frankreich (Paris), dort aktiv in der KPD, zeitw. in deren Ltg.; Mitarb. des Münzenberg-Verlags, zus mit  Alexander Abusch,  Alfred Kantorowicz;  Artur Koestler u. a. Red. am »Braunbuch über Reichstagsbrand u. Hitlerterror«, Mitverf. von »Hitler treibt zum Krieg« (1934), »Der gelbe Fleck« (1936), »Spione u. Verschwörer in Spanien« (1936); Mitbegr. des SDS im Exil in Paris u. der Dt. Freiheitsbibliothek Paris, deren Ltr.; 1935 in die Schweiz, Mitarb. der Parteibuchhandl. in Zürich; 1936 verhaftet u. ausgewiesen; 1936 – 39 Geschäftsf. u. Kulturred. der »Dt. Informationen« (Nouvelles d’Allemagne) in Paris; zugl. Mitarb. der »Dt. Volksztg.«; 1937 Org. der Ausstellung »Das dt. Buch in Paris 1837 – 1937 zur Pariser Weltausstellung; 1939 mit  F. C. Weiskopf Red. der Ztg. »Volks Illustrierten«; Aug. 1939 Ausweisung aus Frankreich, Sept. 1939 – 41 in Nord- u. Südfrankreich in versch. Lagern interniert; Flucht aus dem Lager Nîmes; nach kurzer Internierung in Marokko; 1941 Emigr. in die USA (New York) u. anonymer Chefred. der Ztschr. »The German American«; 1942 Gründungsmitgl. der German American Emergency Conference; Mai 1944 Mitgl. des Council for a Democratic Germany; 1944 Heirat mit  Edith Anderson in New York.
1946/47 Rückkehr nach Dtl.; Jan. 1947 Ankunft in Berlin, SED; März 1947 – 57 Cheflektor im Aufbau-Verlag; bis 1949 Lit.-Kritiker der Ztg. »Neues Dtl.« u. Theaterkritiker der Ztg. »Sonntag«; Chefred. des »Aufbaus«; war als Verlagsmitarb. einflußr. Mittler der Exillit., bereitete die Hrsg. von Klassikerausgaben vor u. prägte maßgebl. das Profil des Aufbau-Verlags, um dichter. Nachwuchs bemüht; 1956 Mitgl. des dt. PEN-Zentrums Ost u. West; 1956 schwere Erkrankung; 1957 Lessing-Preis; gest. in Berlin-Grünau.

Publ.: Von hier und heute aus. Krit. Publizistik. Berlin 1957; M. Sch. zum Gedenken. Erinnerungen, autobiogr. Prosa, lyr. Nachdichtungen. Berlin 1959.
Sek.-Lit.: Uhse, B.: Erinnerungen an M. Sch. In: Das Haus in der französ. Straße. Berlin, Weimar 1985; Faber, E., Wurm, C. (Hrsg.): Allein mit Lebensmittelkarten ist es nicht auszuhalten. Autoren- u. Verlegerbriefe 1945 – 49. Berlin 1991; dies.: »u. leiser Jubel zöge ein«. Autoren- u. Verlegerbriefe 1950 – 59. Berlin 1992; Wurm, C.: Jeden Tag ein Buch. 50 Jahre Aufbau-Verlag. Berlin 1995; ders.: Der frühe Aufbau-Verlag 1945 – 1961. Wiesbaden 1996; Anderson, E. Liebe im Exil. Berlin 2007.
BRB

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