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Schult, Reinhard

* 23.9.1951
Bürgerrechtler

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. u. aufgew. in Berlin; Mutter Krankenschwester; Junge Gemeinde Berlin-Mahlsdorf; 1968 – 71 Berufsausbildung als Maurer mit Abitur; 1971/72 Theol.-Studium; 1972 – 82 Bauarb.; 1976 – 78 Bausoldat; 1982 – 86 Heizer; ab 1978 Mitarb. in versch. unabh. Friedenskrs., opp. Gruppen, konspirativen Zirkeln; 1979/80 acht Mon. Freiheitsstrafe (Berlin-Pankow, Rummelsburg) wegen Verbreitung illeg. Lit. ( Wolf-Biermann-Texte); Mitinitiator DDR-weiter Diskussionsforen für Bausoldaten; 1978 – 82 Mitarb. im Friedenskrs. der ESG Berlin; ab 1983 im Friedrichsfelder Friedenskrs., im Vorbereitungskrs. der Friedenswerkstatt, ab 1981 im Diskussionskrs. DDR-Geschichte/KPD-Geschichte, ab 1985 im Karl-Marx-Krs.; ab 1986 Mitgl. der illeg. Menschenrechtsgr. »Gegenstimmen«; 1987 – 90 Mitgl. der »Kirche von unten«; Mai 1989 Teiln. an der Aufdeckung der Manipulation der Kommunalwahlergebnisse; Sept. 1989 Teiln. der illeg. Gründungsvers. des Neuen Forums (NF) in Grünheide (b. Berlin), Erstunterzeichner des Aufrufs »Aufbruch ’89 – NF«; ab 1990 exponierter Vertreter der basisdemokrat. orientierten Minderheitenfraktion im NF; Mitgl. im Arbeitsaussch. des NF; März – Okt. 1990 Abt.-Ltr. im Staatl. Komitee zur Auflösung des MfS; Sept. 1990 beteiligt an der Besetzung des früheren MfS-Hauptgebäudes u. dem Hungerstreik gegen die beabsichtigte Auslagerung der MfS-Akten ins Bundesarchiv Koblenz.
1991 – 95 MdA Berlin, Abg.-Gruppe NF / Bürgerbew.; 1992 – 94 Mitgl. des Bundeskoordinationsrats des NF; 1995 stellv. Bürgermeister von Fredersdorf; 1996 arbeitslos; 1997 Vors. d. Bürgerkomitees »15. Jan.«, seit 2000 Mitgl. des Bundesvorst. des NF; lebt in Bernau; tätig beim Landesbeauftr. für die Stasi-Unterlagen Berlin.

Publ.: Keine Opposition. Nirgends? Berlin 1991 (Mitautor).
Sek.-Lit.: Links, Ch. u. a.: Das wunderbare Jahr der Anarchie 1989/90. Berlin 2004.
SiM

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