Biographische Datenbanken

Schultz, Egon

* 4.1.1943, † 5.10.1964
Unteroffizier, Grenzopfer

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Groß Jestin (Krs. Kolberg, Hinterpomm./Gościno, Polen) als Sohn eines Arbeiters; 1945 Umsiedl. in die SBZ; Besuch der OS in Niendorf u. Rostock; 1958 FDJ-Mitgl.; 1960 – 62 Studium am Inst. für Lehrerbildung in Putbus (Rügen); 1962/63 Lehrer an der 2. OS in Rostock; ab Nov. 1963 Grundwehrdienst; April 1964 Uffz.; 1964 SED; am 5.10.1964 an der Mauer in Berlin während der Ausübung des Grenzdienstes als Gruppenführer bei einer Tunnelflucht von 57 Ost-Berlinern in einem Schußwechsel mit West-Berliner Fluchthelfern von einem anderen Grenzsoldaten versehentl. getötet; offiziell als Opfer westl. Agenten dargestellt; posthum Auszeichnung mit der Artur-Becker-Med. u. a.; Benennung von Brigaden, Kasernen, Straßen u. Schulen nach ihm.
Nach 1990 Umbenennung von Straßen u. Schulen, einzelne Gedenksteine blieben erhalten; 2004 Erinnerungstafel am Fluchtort Strelitzer Str. 55 in Berlin-Mitte.

Sek.-Lit.: Müller, B.: Faszination Freiheit.
ChL

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis