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Seigewasser, Hans

* 12.8.1905, † 18.10.1979
Vorsitzender des Nationalrats der Nationalen Front, Staatssekretär für Kirchenfragen

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin-Oberschöneweide; Vater Graveur, Stiefvater Krankenkassenangest., Mutter Verkäuferin; 1911 – 21 Volks- u. Mittelschule in Berlin-Charlottenburg bzw. Fontane-Realschule in Berlin, Abbruch; 1919 Soz. Proletarierjugend (SPJ, später SAJ), Gruppenvors., Werbebez.-Ltr.; 1921 – 23 Ausbildung zum Bankangest. in einer Berliner Privatbank; bis 1924 im Beruf tätig; 1921 USPD; Allg. Verb. der Bankangest., später ZdA; Okt. 1922 SPD; Organisierung soz. Jugendhundertschaften, Vors. des Proletar. Jugendkartells Berlin-Charlottenburg; Okt. 1923 SAJ- u. SPD-Ausschl. wegen gem. Arbeit mit KJV; 1924/25 arbeitslos; Jugendfunktionär des Allg. Verb. der Bankangest.; Jan. 1926 – Juli 1927 Angest. des Arbeitsamts Berlin-Weißensee; Aug. 1927 – 33 Angest. der Allg. Ortskrankenkasse Berlin-Wilmersdorf; 1928 Mitgl. u. 1930 Vors. der Reichsltg. der Jungsozialisten; 1931 Mitbegr. der SAP, Mitgl. ihres PV u. Vors. der SAP-BL Berlin-Brandenb.; Okt. 1932 wegen »kommunist. Fraktionsarbeit« ausgeschl., Übertritt zur KPD; aktiv in der »rev. Angest. Opp.« des ZdA; 1933/34 arbeitslos; ab Jan. 1933 illeg. Arbeit für den KPD-UB Berlin-Steglitz, -Südwest u. -Charlottenburg; ab Nov. 1933 Mitgl. der BL Berlin der RH, Org.-Ltr.; Hrsg. von 16 UB-Ztg. (zus. mit  Willi Barth); Sept. 1934 in Berlin verhaftet, Haft in der Prinz-Albrecht-Str., 1934/35 U-Haft im Gestapo-U-Gefängnis Berlin-Moabit, 1934 verurteilt zu fünf Jahren Zuchthaus wegen »Vorber. zum Hochverrat«, 1935 – April 1937 Zuchthaus Luckau, April 1937 – 39 KZ Esterwegen; dort Mitgl. der illeg. KPD-Ltg.; 1939 – 44 KZ Sachsenhausen; KPD-Ltg. zus. mit  Max Reimann u.  Max Opitz sowie Mitgl. des illeg. Internat. Lagerkomitees; 1944/45 KZ Mauthausen; Mitgl. der illeg. Lagerltg.
1945/46 KPD / SED; Juli 1945 – April 1946 Mitarb. des ZK der KPD, persönl. Mitarb. von  Margarete Keilson; 1945/46 Betriebsratsvors. des ZK-Apparats; April 1946 – April 1950 Mitarb. des PV bzw. ZK der SED, persönl. Mitarb. von  Franz Dahlem; 1950 abgelöst, in der Kaderabt. des ZK zuständig für Information, Recherchen u. »Spezialarbeit«; Aufbau des Ref. »illeg. Parteigeschichte« zus. mit  Karl Schirdewan u.  Kurt Schwotzer; 1947 Sachbearb. im MfAA; Mai 1950 – 53 stellv. Vors. des NR der NF; 1953 – 70 Mitgl. des Präs. u. 1953 – 59 Vors. seines Büros (Nachf. von  Wilhelm Koenen); 1959/60 1. Vors.; 1950 – 79 Abg. der Volkskammer; 1953 – 59 Vors. des Büros des Präs. des Komitees der Antifa. Widerstandskämpfer; 1959/60 1. Sekr. des Berliner Bez.-Aussch. des NR der NF; 1955 – 62 Mitgl. des Zentralvorst. der DSF; 1959 – 61 Mitgl. der SED-BL Berlin; 1960 – 79 Staatssekr. für Kirchenfragen (Nachf. von  Werner Eggerath); ab 1965 Mitgl. des Büros des Präs. der FIR; 1965 VVO; Vors. der parl. Freundschafts-Ges. DDR – Frankreich; Ehrenspange zum VVO; 1975 KMO; gest. in Rom.

Sek.-Lit.: Lindner, K.: H. S. (1905 – 1979). Kommunist u. Gewerkschafter. In: IWK (2005) 4.
BRB; HME

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