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Serow, Iwan Alexandrowitsch

* 25.8.1905, † 1.7.1990
Stellv. Oberster Chef der Sowjetischen Militäradministration

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Afimskaja (Gebiet Wologda); Vater Polizeibeamter; bis 1923 Mittelschule; Ltr. des Dorfsowjets von Samansk; 1925 – 28 Besuch der Militärschule in Leningrad; 1926 KPdSU; Artillerieoffz.; 1935 – 39 Besuch der Militärakad. »Frunse«; ab 1939 Mitarb. des NKWD u. steiler Aufstieg vom stellv. HV-Ltr. für Arbeiter- u. Bauernmiliz zum stellv. Ltr. der HV für Staatssicherheit (Nachf. von  Bogdan S. Kobulow); Sept. 1939 – Febr. 1941 Volkskommissar für Inneres der Ukrain. SSR; 1939/40 zus. mit dt. Dienststellen Maßnahmen zur Integration von ostpoln. Gebieten in die UdSSR durchgeführt (Hitler-Stalin-Pakt) u. ltd. Teiln. an Verfolgungs- u. Deportationsmaßn.; Mitgl. des PB des ZK der KP Ukraine; 1940, 1945, 1952 u. 1955 Lenin-Orden; ab Feb. 1941 Erster Stellv. des NKGB bzw. Stellv. des NKWD; 1941 – 50 Mitgl. des Obersten Sowjets der UdSSR u. Kand. des ZK der KPdSU; wiederholt für militär. u. polizeil. Sonderaufg. (Verteidigung Moskaus, Industrieevakuierung u. Massendeporationen) eingesetzt; 1944/45 NKWD-Beauftragter in Polen, zuständig für »Säuberung des Hinterlandes«; ab Jan. 1945 NKWD-Beauftragter bei der 1. Weißruss. Front; März/April 1945 Berater des NKWD der UdSSR beim poln. Min. für öffentl. Sicherheit; dort ließ er die Ltg. des Heimatwiderstands der poln. Exilreg. verhaften; Mai 1945 stellv. Oberbefehlshaber der 1. Weißruss. Front für Zivilangelegenh.
Juni 1945 – Febr. 1947 stellv. Oberster Chef der SMAD für Fragen der Zivilverw.; Bevollm. des NKWD / MWD u. des NKGB / MGB der UdSSR in Dtl.; 1945 Gen.-Oberst; 1945 Held der Sowjetunion (1963 aberkannt); nachrichtendienstl. Arbeit in Westdtl. (Reaktor- u. Raketenantriebsforschung); 1947 – 54 Erster stellv. Innenmin. der UdSSR, zuständig für Miliz, MWD-Lager, »Bandenbekämpfung«, Grenztruppen, Spionageabwehr sowie Kriegsgefangenenlager; ab 1953 verantw. für alle zentr. Bereiche der nachrichtendienstl. Arbeit; 1954 – 58 Gründer u. Ltr. des Komitees für Staatssicherheit beim Min.-Rat der UdSSR (KGB); 1955 Armee-Gen.; 1956 maßgebl. Anteil an der Niederschlagung des Ungar. Volksaufstands 1956; 1958 – 63 Chef des militär. Geheimdienstes (GRU); stellv. Chef des Gen.-Stabs; 1956 – 61 Mitgl. des ZK der KPdSU; 1958 – 62 Deputierter des Obersten Sowjets der UdSSR; 1963 entlassen u. zum Gen.-Major degradiert (nachdem sein Freund Oleg W. Penkowski wegen Spionage für die USA verhaftet worden war); 1963 – 65 Berater von Militärbez.-Kommandeuren; 1965 Ruhestand u. KPdSU-Ausschl. wegen »Verletzung soz. Gesetzlichkeit u. Amtsmißbrauchs für private Zwecke«; gest. in Moskau.

Sek.-Lit.: Petrov, N.: General Ivan Serov – der erste Vors. des KGB. In: Forum für osteurop. Ideen- und Zeitgeschichte. 1998; Bailey, G., Kondraschow, S. A., Murphy, D. E.: Die unsichtbare Front. Berlin 1997; Foitzik, J.: Sowj. Militäradministration in Dtl. 1945 – 1949. Berlin 1999.
JaF

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