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Sitte, Willi

* 28.2.1921, † 8.6.2013
Maler, Präsident des Verbands Bildender Künstler

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Kratzau (Krs. Reichenberg, ČSR/Chrastava, Tschechien); Vater Bauzimmermann u. Landarb., Mutter Bäuerin; 1927 – 35 Volks- u. Bürgerschule Kratzau; 1935 – 40 Kunstschule des nordböhm. Gewerbemuseums Reichenberg; anschl. bis 1940/41 Mstr.-Schule für monument. Malerei »Hermann Göring« in Kronenburg (Eifel), Lehrer Werner Peiner; 1941 –44 Wehrmacht, OGfr.; 1944/45 bei italien. Partisanen in Montecchio Maggiore; 1945/46 in Mailand freischaff. Maler; Gaststud. der Brera-Akad. Mailand, erste Ausstellung.
1946 Rückkehr in die ČSR (Kratzau); dort Mitarb im Antifa-Aussch.; Aussiedl. in die SBZ; 1946 – 49 freischaff. Maler in Heiligenstadt u. Halle; Jan. 1947 SED; 1949 – 52 freischaff. Maler u. Lehrbeauftragter am Inst. für künstler. Werkgestaltung Halle; 1951/52 Sekr. der SED; 1952 – 59 Doz. an der HS für Industr. Formgestaltung Burg Giebichenstein (Halle); hier 1959 – 64 Wahrnehmungsprof.; 1964 – 72 Prof. mit Lehrauftrag; 1965 VVO; ab 1965 Mitgl. des ZV des VBK; 1966 Burda Preis (Bundesrep. Dtl.); 1968 Käthe-Kollwitz-Preis; 1969 Mitgl. der DAK; NP; 1969 – 71 Dir. der Forschungs- u. Entwicklungsstelle für künstler. Baugestaltung; 1970 – 74 Vizepräs., 1974 – 88 Präs. des VBK (Nachf. von  Gerhard Bondzin), ab Okt. 1988 Ehrenpräs.; 1972 Goldmedaille der III. Internat. Grafik-Biennale Florenz; 1972/73 Prof. mit künstler. Tätigkeit; ab 1973 ord. Prof.; 1973 – 86 Dir. der Sekt. Bildende u. Angewandte Kunst an der HS für Industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein (Halle); 1974 – 88 Ltr. einer Mstr.-Kl. an der HS für bildende Künste Dresden; 1974 KMO; 1976 Banner der Arbeit (im Koll.); 1976 – März 1990 Abg. der Volkskammer; ab 1976 Mitgl. der Kulturkommission beim PB des ZK; 1979 NP; 1981 VVO; 1984 Mitgl. des Weltfriedensrats; 1985 Held der Arbeit; Ehrenmitgl. der Ges. Bildender Künstler Österreichs; 1986 – 89 Mitgl. des ZK der SED.
2001 Korr. Mitgl. der European Academy of Humanities in Paris; 2006 Eröffn. der W.-S.-Galerie als Stiftung in Merseburg; 2008 Kunstpreis der Stadt Halle u. Ehrenbürger der ital. Stadt Montecchio Maggiore; gest. in Halle.
Werke u. a.: Aufmarsch der Lanzenmänner (1952), Hochwasserkatastrophe am Po (1952, 1954), Elternbildnisse (1962, 1963, 1966/67), Die Überlebenden (1963), Rufer II (1964), Liebespaar (1967), Leuna 1921 (1968), Mensch, Ritter, Tod u. Teufel (1969/70), Im Leichtmetallwerk (1977), Mein Atelier – Courbet gewidmet (1977), Gefahr der manipulierten Vergeßlichkeit (1982), Landsauna (1986/87).
Werk-Kataloge: Kunsthalle Rostock 1971; Kunstverein Hamburg 1975; Staatl. Galerie Moritzburg Halle 1981; Staatl. Kunsthalle Berlin (West) 1982; W. S. Epochenbilder, Gemälde, Zeichnungen, Druckgraphik. Staatl. Museen zu Berlin, Nationalgalerie Berlin 1986.

Publ.: Farben u. Folgen. Leipzig 2003 (Autobiogr., Mitarb. G. Schirmer)
Sek.-Lit.: Hütt, W.: W. S. Dresden 1972; Hütt, W.: W. S. Maler u. Werk. Dresden 1976; Kolodziej, H. (Hrsg.): Das Sitte-Verbot. Texte, Bilder, Dokumente. Schkeuditz 2001.
AnS; BRB

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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