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Solter, Friedo

* 24.7.1932
Schauspieler, Regisseur

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Reppen (Neumark/Rzepin, Polen); Vater kfm. Angest.; 1952 – 55 Ausbildung an der Staatl. Schauspielschule Berlin; Hospitationen im Berliner Ensemble bei Proben von  Bertolt Brecht; 1955/56 Schauspieler am Bergarbeitertheater Senftenberg; 1956 – 59 Schauspieler u. Regisseur in Meiningen; erste Inszenierung 1957 »Moral«; 1959 – 2001 mit kurzer Unterbrechung Schauspieler u. Regisseur am Dt. Theater (DT) in Berlin; 1960 – 72 Doz. an der Staatl. Schauspielschule Berlin; Gründungsmitgl. des Regieinst. am Inst. für Schauspielregie »Ernst Busch« Berlin; dort 1974 – 91 Doz. für Regie; Inszenierungen mit Schauspielstudenten »Die Zoogeschichte«, Szenen aus »Marski« von Hartmut Lange (Stück in der DDR nicht gedruckt); 1968 NP; 1969 – 90 Mitgl. der AdK, 1990 Austritt; 1971/72 Regisseur u. Schauspieler beim DFF; seit 1972 erneut am DT; dort 1984 – 91 Künstler. Ltr., Regisseur u. Schauspieler; 1989 NP für seine Klassikerinszenierungen; seit 2001 freier Regisseur, zahlr. Gastinsz. sowie Veranstalt. mit der Malerin Eva-Maria Viebeg; lebt in Berlin.
Inszenierungen u. a.: 1964 »Unterwegs«, 1966 »Der Stellvertreter« (beide mit Dieter Mewes), 1966, 1987 »Nathan der Weise« (Bühnenbild: Hans Nikulka), 1967 »Baran«, 1968 »Testament des Hundes«, 1969 »Der Nachbar des Herrn Pansa«, 1972 »Amphitryon«, 1974 »Sturm« (Bühnenbild: Eva-Maria Viebeg / EMV), 1976 »König Lear«, »Zwei Krawatten«, 1977 »Schwitzbad«, 1978 »Galoschenoper«, 1979 »Wallenstein«-Trilogie, 1980 »Jutta oder die Kinder von Damutz«, »Kirschgarten«, 1982 »Faust II«, während der Endprobe nach Absprache mit der Kulturabt. des ZK der SED von der Intendanz abgesetzt; 1985 »Leben ist Traum«, »Egmont«, 1986 »Vor dem Ruhestand«, 1987 »Die Fliegen«, »Philotas«, 1988 »Transit Europa« von  Volker Braun (UA), »Diktatur des Gewissens«, 1990 »Berlin, Berlin« von Sewan Latchinian (UA), »Nachtasyl«, 1991 »Peer Gynt« (Bühnenbild: EMV), 1992 »Fiesco«, Kammerspiele, »Molly Bloom«, 1993 »Gespenster Sonate«, 1994 »Der Kyklop«, 1998 »Brecht-Frauen – Ruth Berlau« (Musik: Leo Solter).
Gastinszenierungen u. a.: 1976 Stockholm (»Die Schlacht bei Lobositz«), 1978 Bonn (»Besuch der alten Dame«), 1980 Bonn u. Berlin, Plenarsaal der AdK (»Elektra«) BÜ:  Werner Stötzer, Bonn u. Madrid (»Mann ist Mann«, 1980/1981), 1982 Erfurt (»Baal«), 1985 Darmstadt (»Die Schlacht«, Bühnenbild: EMV), 1989 Gelsenkirchen (»Alcina«), Salzburg (»Lumpacivagabundus«), 1990 Alma-Ata (»Fiesco«, Bühnenbild: EMV), Salzburg (»Die Glasmenagerie«), 1992 Hamburg u. Bern (»Diese Geschichte von Ihnen«, »Fiesco«, Bühnenbild: EMV), 1995 Ingolstadt (»Der gute Mensch von Sezuan«, Bühnenbild: EMV), 1996 Erfurt (»Leonce u. Lena«, Bühnenbild: EMV), 1997 Erfurt (»Elektra« v. Sophokles, Bühnenbild: EMV), 1999 Göttingen (»Stella«, BB: EMV), 2005 Neubrandenb. (»Komödie der Irrungen«); 2008 Meiningen (»Othello«).
Theater-Rollen u. a.: 1960 Just (»Der zerbrochene Krug«), 1962 Tell, 1964 Claudius (»Hamlet«), 1969 Menelaos (»Die Troerinnen«), 1974 Bernadino (»Sommerfrische«), 1984 Er (»Zwei auf einer Bank«), 1988 Gierhahn (»Die echten Sedemuns«); Darsteller in Fernsehinszenierungen u. a. »Der Streit um den Sergeanten Grischa«, TR; »Nachtasyl«, R: Fritz Bornemann, Rolle: Luca; »Dantons Tod«, TR in 1977) u. zahlr. DEFA-Filmen.

Sek.-Lit.: Porträt F. S. Theater heute (1980) 5; Renk, A.: Theaterbilder zu Inszenierungen von F. S. Ausstellungspubl. Berlin 1993.
AuR; IKF

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