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Spiru, Basil (eigtl.: Josef Hutschneker)

* 27.11.1898, † 15.9.1969
Journalist, Historiker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Luzan (Nordbukowina, Österreich-Ungarn / Lujeni, Rumänien) in einer jüd. Fam.; Vater Land- u. Eisenbahnarzt; 1904 – 12 Volksschule in Luzan, 1912 Staatsgymnasium in Czernowitz u. Maximilian-Gymnasium in Wien; 1916 Mitgl. der Soz. Jugend Österreichs; 1916 – 18 Militärdienst in der k. u. k. Armee; 1918/19 Lazarettaufenthalt in Nordungarn; März 1918 SDP Ungarn; 1919 Angeh. der ungar. Roten Armee; 1919 – 27 Mitbegr. u. Mitgl. der Rumän. KP; 1919/20 Studium der Staatswiss. u. Geschichte an der Univ. Czernowitz; 1921 als Mitgl. der illeg. Ltg. der KP Rumäniens verhaftet, 1921/22 Haft, amnestiert; 1922/23 Mitgl. des ZK der KP Rumäniens; 1922/23 Jura-Studium an der Univ. Bukarest; 1923 – 26 Studium der Staatswiss. an der Univ. Wien, relegiert; gleichz. illeg. Arbeit für die IRH; 1926 erschien sein Bericht »Aus den Totenhäusern ?Groß-Rumäniens?«; 1927 Emigr. in die UdSSR; 1927 – 54 KPdSU; 1927 – 29 Abt.-Ltr. an der KUNMZ in Moskau; gleichz. Doz. für Geschichte an der 2. Moskauer Univ.; 1930 – 32 illeg. Arbeit für das NKWD in Westeuropa, nachrichtendienstl. Einsatz in London (Paßn. »Joseph Lahodny«, Deckn. »Hofman«); 1931 in Berlin wegen Paßvergehens verhaftet u. zu einem Mon. Gefängnis verurteilt; anschl. Flucht in die Schweiz, dann in die UdSSR; 1932 – 34 Red. der »Dt. Zentralztg.« (DZZ) in Moskau, wegen Kontakten zu »Volksfeinden« abgelöst u. gerügt; 1934 – 38 Ltr. der Pressestelle der IRH; später Chefred. des russ. Presseorgans der russ. MOPR; 1938/ 39 Mitgl. der Red. der DZZ; 1940 Ltr. des Pressesektors u. der Presseagentur der IRH; 1940 – 43 verantw. Red. der Auslandsred. des Moskauer Rundfunks; 1943 freiw. zur Front, Ltr. des rumän. Sektors der Antifa-Schule Talizy u. einer Zentr. Antifa-Schule; 1945 sowj. Orden für glorreiche Arbeit während des Großen Vaterländ. Krieges.
1946 – 48 Abt.-Ltr. in der Zentr. Antifa-Schule in Krasnogorsk; 1949 – 53 Doz. am Lehrstuhl für Neue Geschichte der Lomonossow-Univ. Moskau; Dez. 1954 Übersiedl. in die DDR; SED u. als VdN anerkannt; Jan. 1955 Prof.
mit vollem Lehrauftrag an der Journalist. Fak. der KMU Leipzig; Ltr. der Abt. Presse
der Sowjetunion u. der Länder der Volksdemokratie; Febr. 1956 Prom. zum Dr. rer. oec.; 1957 Ernst-Moritz-Arndt-Medaille; 1958 VVO; Sept. 1958 Prof. u. Dir. des Inst. für die Geschichte der europ. Volksdemokratien an der KMU Leipzig; Jan. 1961 dort Prof. mit Lehrstuhl; Sept. 1964 em.; er gehörte zu den einflußr. Hist. der DDR-Gründergeneration, arbeitete u. a. zur Pressegeschichte u. zur Geschichte der Balkanländer; gest. in Leipzig.

Publ.: Freiheit, die sie meinen ... Rumänien unter der eisernen Ferse der City u. der Wallstreet (1918 – 1938). Berlin 1956; Giftmischer. Beiträge zur Entwicklungsgeschichte der zeitgenöss. bürgerl. Journalistik. Berlin 1960; Bulgariens Volk im Widerstand 1941 – 1944. Berlin 1962.
Sek.-Lit.: Kowalczuk, I.-S.: Legitimation eines neuen Staates. Parteiarb. an der hist. Front. Geschichtswissenschaft in der SBZ /DDR 1945 bis 1961. Berlin 1997; West, N., Tsarev, O.: The Crown Jewels. London 1998.
BRB

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