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Steiner, Helmut

* 7.2.1936, † 14.2.2009
Soziologe

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Christophhammer (ČSR / Kryštovovy Hamry, Tschechien); Mutter gelernte Schneiderin, Vater Buchhalter u. Inh. eines Sägewerks; 1946 Umsiedl. nach Loburg (Sachsen-Anh.); 1954 Abitur in Wendgräben (Krs. Loburg); 1954 SED; 1954 – 58 Studium der Wirtschaftswiss. an der HU Berlin, Dipl.-Wirtsch.; 1958 – 60 hauptamtl. Mitgl. des Sekr. der FDJ-KL an der HU Berlin; 1960 – 62 Aspirantur an der HU Berlin; 1962 – 91 an versch. Inst. der DAW/AdW in Berlin, bis 1967 Assistent u. Arbeitsltr. in der von  Kurt Braunreuther geleiteten Arbeitsgr. »Soziol.« am Inst. für Wirtschaftswiss., der ersten offiziösen soziolog. Einrichtung in der DDR; 1963 Prom. an der HU Berlin mit einer Diss. zur Soziol. der Angestellten in Westdtl.; 1967 bis zur Einstellung 1970 Mitgl. des Red.-Koll. der Ztschr. »Jugendforschung«; 1968/69 Gastwiss. am Inst. für Philos. der AdW der UdSSR in Moskau; 1970 – 74 Ltr. des Bereichs »Wissenschaftssoziol.« am Inst. für Wissenschaftstheorie u. -org.; 1974 – 78 hauptamtl. Sekr. für Agit. u. Prop. der SED-KL an der AdW; 1977 Habil. an der AdW mit einer Arbeit über wiss. Schulen; 1978 – 86 wiss. Mitarb., ab 1983 Ltr. des Bereichs »Theorie u. Geschichte« am Inst. für Soziol. u. Sozialpol. (ISS); 1979 Berufung zum Prof.; 1981 – 86 Vors. der DSF an der AdW, 1986 – 90 DSF-Bezirksvors. von Berlin; 1985 Initiator der Internat. Symposien zur Theorie u. Geschichte der Soziol. in Linowsee (b. Rheinsberg); 1987 nach Konflikten mit der Ltg. des ISS Wechsel an das ZI für Geschichte, dort wiss. Mitarb. bis 1991; ab 1967 Mitgl. der Forschungskomitees »Sozialstruktur«, »Geschichte der Soziol.« sowie »Soziol. der Wiss.« der Internat. Soziolog. Assoziation.
1990 – 94 ehrenamtl. Chefred. der Ztschr. »Utopie kreativ«; 1992 kurzzeitig im Rahmen des Wissenschaftler-Integrations-Progr. des Bundes u. der Länder gefördert, auf Empfehlung der Integritätskommission gekündigt, danach arbeitslos; 1993 – 2001 Lehraufträge an der Univ. Hannover; seit 1994 Mitgl. der Leibniz-Sozietät sowie des Red.-Koll. ihrer »Sitzungsberichte«; Mitgl. des Red.-Koll. der russ. Ztschr. »Soziolog. Journal«; seit 1996 Rentner; 1999 assoziiertes Mitgl. des Inst. für Soziol. der Russ. AdW; seit 1990 wiederholt Gastprof. am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung; seit 1998 korr. Red.-Mitgl. der Ztschr. »Argument«; 2005 Ehrenmitgl.
der Ges. Russ. Soziologen; Hrsg. der Reihe »Social Studies on Eastern Europe« (Berlin 1999 ff.); verh. mit der Mathematikerin  Roswitha März; gest. in Berlin.
Arbeitsgebiete: Klassen- u. Sozialstrukturanalyse, Soziol. wiss. Schulen, Geschichte der russ. u. der dt. Soziol., seit den 1990er Jahren verstärkt der DDR-Soziol.; mehr als 400 Veröff.; maßgebl. Beiträge zur Etablierung der Soziol. in der DDR in den 1960er Jahren u. ihrer internat. Vernetzung sowie insb. zur Profilierung d. frühen DDR-Sozialstrukturforsch.

Publ.: Soziale Strukturveränderungen im mod. Kap. Berlin 1967; Wiss. Schöpfertum u. Schulen in der Wiss. Berlin 1977; Soziol. als
Sek.-Lit.: Friedrich, W.: H. St. – Stationen u. Leistungen einer Soziologen-Karriere. In: Ders. (Hrsg.): Soziol. u. Gesell. – widersprüchl. Verhältnis. Leipzig 2002; Meyer, H.: Die DDR-Soziol. von den Anfängen bis 1971. In: Rauh, H.-C./Ruben, P. (Hrsg.): Denkversuche. Berlin 2005; Genov, N., Kreckel, R. (Hrsg.): Soziolog. Zeitgeschichte. Fs. Berlin 2006.
JaW

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