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Stern, Wolf

(Ps. Stephan Wolf)
* 15.12.1897, † 16.9.1961
Leiter des Instituts für Deutsche Militärgeschichte Potsdam

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Woloka (Bukowina, Österreich-Ungarn / Ukraine) in einer jüd. Familie; Vater Landwirt, Händler, Gutsverwalter; Brüder sind  Leo S. (Historiker) u. Manfred S. (Gen. »Emilio Kléber« im span. Bürgerkrieg); 1903 – 07 dt. Volksschule; 1907 – 15 Staats-Gymnasiums in Czernowitz; 1915 – 18 Militärdienst in der österr.-ungar. Armee, zul. Fähnr., desertiert; 1918 – 20 Studium der Philos. an der Univ. Czernowitz, abgebrochen wegen illeg. pol. Tätigkeit für die KP der Bukowina; Febr. 1919 Mitbegr. der KP der Bukowina; 1919 – 24 Parteiorganisator von deren ZK; dann Mitgl. ihres Auslandskomitees; 1920 – 24 »Spezialarbeiten« (wie Grenzarbeit im Bez. Sniatyn); 1924 Flucht nach Wien u. Mitgl. der KPÖ; 1924 – 27 Red. der Presseabt. der sowj. Botschaft in Wien (»Wolf Goldstein«); Verbindungsmann der KI; 1925 – 27 Mitgl. der KPÖ-BL des VIII. Wiener Bez.; 1926 – 39 »Spezialarbeiten« bzw. inoffiz. tätig für den sowj. militär. Nachrichtendienst GRU; Juli 1927 u. Febr. 1934 Teiln. an bewaffneten Kämpfen in Wien; 1936 – 39 Partisan in Spanien (»Otto«); 1937 sowj. Staatsbürgerschaft; Febr. 1939 Rückkehr nach Moskau; 1939 – 41 Oberlehrer an der HS für Fremdsprachen u. an der Lomonossow-Univ.; 1939/40 zugl. Parteischulung an der Univ. für Marx.-Lenin.; 1941 Heirat mit der NKWD-Agentin Gerda Frankfurter; 1941 Freiw. der Roten Armee; Mitgl. einer Sonderbrigade ehem. Interbrigadisten; 1943 – 50 Mitarb. bzw. Bevollm. der HV Kriegsgefangenenwesen beim NKWD / MdI der UdSSR (hatte u. a. Gen.-Feldmarschall  Friedrich Paulus zu beeinflussen, dem NKFD / BDO beizutreten); Begleiter von F. Paulus beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß.
1950 – 56 Übersetzer u. Red. der Ztschr. »Sowjetlit.« u. »Neue Zeit« sowie Mitarb. der Unions-Handelskammer; Dez. 1950 Verhaftung seiner Ehefrau als »zionist. Agentin« (1956 rehabil.); Sept. 1956 Rückkehr in die DDR; SED; 1.12.1956 – 31.1.1957 Offz. der Reserve des Ministers; Mitarb. des Min. für Nat. Verteidigung (Chef der pol. Verw.); 1957 VVO; 1957/58 stellv. Ltr. Kriegsgeschichtl. Forschungsrats u. Ltr. der Kriegsgeschichtl. Forschungsanstalt in Dresden; 1958 – 61 Ltr. des Inst. für Dt. Militärgeschichte in Potsdam; 1957 Ltr. des Initiativkomitees zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft ehemaliger Offiziere (1958 gegr.); militärpol. Veröff. (Ps. Stephan Wolf).

Publ.: Zur Vorgeschichte der Verschwörung vom 20. Juli 1944 (Mitautor). Berlin 1960.
Sek.-Lit.: Ueberschär, G. R. (Hrsg.): Das Nationalkomitee Freies Dtl. u. der Bund Dt. Offz. Frankfurt (Main) 1995; Reschin, L.: Feldmarschall im Kreuzverhör. Friedrich Paulus in sowj. Gefangenschaft. Berlin 1996; Hartewig, K.: Zurückgekehrt. Die Geschichte der jüd. Kommunisten in der DDR. Köln, Weimar 2000.
KaH; BRB

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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