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Stolpe, Manfred

* 16.5.1936
Konsistorialpräsident des Ev. Konsistoriums Berlin-Brandenburg, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Bundesminister für Verkehr, Bau- u. Wohnungswesen

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Stettin-Hökendorf (Klęskowo, Polen); Vater Kfm. u. Kirchenangest., Mutter Postbeamtin; 1955 Abitur in Greifswald; 1955 – 59 Jurastudium in Jena, 1956/57 Exmatrikulationsverfahren, mangels Beweises eingestellt; Okt. 1959 – 62 Vorbereitungsdienst für die höhere kirchl. Verw.-Laufbahn der Ev. Kirche der Union (EKU), Abschl. mit der Hausarbeit »Die Grundlagen des Verhältnisses zw. Staat u. Kirche der DDR«; ab 7.2.1962 Konsistorialreferendar, Mitarb. von Bischof  Friedrich-Wilhelm Krummacher; ab 7.8.1962 Konsistorialassessor in der kirchl. Verw. der EKD; 1963 – 66 persönl. Ref. des Gen.-Superintendenten  Günter Jacob; ab 1.7.1963 Kirchenbeamter auf Lebenszeit; ab 1.11.1964 Konsistorialrat; ab 1966 Ref. des Ev. Konsistoriums Berlin-Brandenb. u. bis 1.2.1968 Ltr. der Geschäftsstelle der Konferenz der Ev. Kirchenltg. in der DDR, maßgebl. beteiligt an der Gründung (1969) u. Profilierung des Bunds der Ev. Kirchen in der DDR (BEK); 1.7.1969 Oberkonsistorialrat; ab 1.10.1969 Ltr. des Sekr. des BEK u. bis 1.1.1970 Dezernent des Konsistoriums für Seelsorge an Wehrpflichtigen, Jugendarbeit u. Friedenszeugnis; 1970 – 89 vom MfS als IM »Sekretär« erf.; 1976 Mitarb. in der Menschenrechtskommission des Weltkirchenrats; 1978 Verdienstmedaille der DDR; ab 1.1.1982 Konsistorialpräs. des Ev. Konsistoriums Berlin-Brandenb.; ab 23.10. 1990 im Wartestand u. stellv. Vors. des BEK; 1989 Dr. h. c. (EMAU Greifswald); seit 7.7. 1990 SPD.
Seit Okt. 1990 MdL, 1.11.1990 – 26.6.2002 Min.-Präs. des Landes Brandenb.; 1991 Carlo-Schmid-Preis; Mai 1991 – 2002 Mitgl. des SPD-PV; 1992 Ritter des Goldenen Humors;
1992 – 94 Untersuchung der Kontakte M. S.s zu Staatsapparat, SED u. MfS durch einen Untersuchungsaussch. des Brandenb. Landtags, trotz Feststellung bewußter u. konsp. Kontakte zum MfS Entlastung durch den Abschlußbericht mit der Begründung, M. S. habe die Interessen der ev. Kirchen vertreten, abweichende Voten der Fraktion Bündnis 90, CDU u. PDS; seit Febr. 1996 Vors. des Forums »Ostdtl.« der Sozialdemokratie; 2002 »Goldene Henne«; 22.10.2002 – 18.10.2005 Bundesminister für Verkehr, Bau- u. Wohnungswesen (Nachf. von Kurt Bodewig); 2006 Verdienstorden des Landes Brandenb.

Publ.: Schwieriger Aufbruch. Berlin 1992; Sieben Jahre, sieben Brücken. Berlin 1997.
Sek.-Lit.: Reuth, R. G.: IM »Sekretär«. Berlin 1992; Gries, S. (Hrsg.): M. S. in Selbstzeugnissen. Frankfurt (Main) 1993; Neubert, E.: Untersuchung zu den Vorwürfen gegen den Min.-Präs. des Landes Brandenb. Dr. M. S. vom 27.8.1993. Potsdam 1994; Zarneckow, R.: Bericht des Untersuchungsaussch., 3 Bde. Potsdam 1994; Findeis, H., Pollack, D. (Hrsg.): Selbstbewahrung u. Selbstverlust. Berlin 1999.
HME

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