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Stubbe, Hans

* 7.3.1902, † 14.5.1989
Präsident der Deutschen Akademie der Landwirtschaftswissenschaften

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Schulrat; Realgymnasium; 1919 – 25 landw. Lehre u. Praxis; 1925 –29 Studium der Landw. u. der Biol. an der Univ. Göttingen u. an der Landw. HS Berlin, Dipl.-Landwirt; 1927/28 Volontärassistent bei Erwin Baur am Inst. für Vererbungsforschung in Berlin; 1929 Prom. über experiment. Auslösung von Mutationen; 1929 – 36 Abt.-Ltr. am neugegr. Kaiser-Wilhelm-Inst. für Züchtungsforschung in Müncheberg (Mark); nach Maßregelung als Abt.-Ltr. Entlassung u. bis 1943 wiss. Mitarb. bei Fritz von Wettstein am Kaiser-Wilhelm-Inst. für Biol. in Berlin-Dahlem; ab 1943 Aufbau u. Ltg. des Kaiser-Wilhelm-Inst. für Kulturpflanzenforschung in Wien, 1945 Verlagerung des wiss. Materials nach Stecklenberg (Harz).
1945 – 67 Dir. des Inst. für Kulturpflanzenforschung Gatersleben der MLU Halle bzw. der DAW, Mutations- u. Evolutionsforschung, Hybridzüchtung, Aufbau einer Genbank der Kulturpflanzen; 1946 ord. Prof. u. Dir. des Inst. für Genetik der MLU Halle; 1947/48 Gründungsdekan der Landw. Fak.; 1949 Ord. Mitgl. der DAW; NP; 1951 – 68 Gründungsmitgl. u. Präs. der DAL; 1960 NP; 1961 VVO; 1963 Erwin-Baur-Medaille der DAL; 1967 em.; 1968 Ehrenpräs. der DAL; Gründungsinitiator u. Ltr. der Arbeitsgemeinschaft für Jagd- u. Wildforschung der AdL; 1963 – 86 Abg. der Volkskammer, KB-Fraktion; Mitgl. des Vorst. des Forschungsrats; 1963 – 68 Mitgl. des Landw.-Rats; 1967 Vors. des wiss. Beirats für Landw. beim Staatssekr. für HFS-Wesen; Mitgl. des KB-Präsidialrats u. der Pugwash-Gruppe der DDR; gest. in Zingst.
H. S. hatte in Gatersleben die Lehrsätze Trofim Lyssenkos auf dem Versuchsweg widerlegt u. entscheidenden Anteil daran, daß in der neugegr. DAL genetische Forschung weiter betrieben werden konnte; er war Mitgl. bzw. Ehrenmitgl. versch. in- u. ausländ. Akad., Dr. h. c. der Univ. Jena, Brno, Kraków u. Berlin; Hrsg. bzw. Mithrsg. versch. wiss. Periodika, u. a.: »Biolog. Zentralblatt«, »Kühn-Archiv«, »Beiträge zur Jagd- u. Wildforschung«; Autor zahlr. Veröff. zur Genetik u. Kulturpflanzenforschung mit z. T. mehrf. Aufl.

Publ.: Genetik. Jena 1963 (Hrsg.); Kurze Geschichte der Genetik bis zur Wiederentdeckung der Vererbungsregeln G. Mendels. Jena 1965; Grundlagen der Bewirtschaftung u. Hege der Wildbestände. Berlin 1973; Geschichte des Inst. für Kulturpflanzenforschung Gatersleben. Berlin 1982.
Sek.-Lit.: H. S. – 80 Jahre. Festkolloquium der AdW u. der AdL. Berlin 1982; Käding, H.: H. St., Genetiker u. Züchtungsforscher. Müncheberg 1999; Heim, S. (Hrsg.): Autarkie u. Ostexpansion. Göttingen 2002; Laitko, H.: Strategen, Organisatoren, Kritiker, Dissidenten – Verhaltensmuster prominenter Naturwissenschaftler der DDR in den 50er u. 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Berlin 2009.
SiK

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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