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Switalla, Anton (eigtl.: Stachus Switalla)

* 6.10.1896, † 8.4.1970
SED-Funktionär, Leiter der Kaderabteilung des Ministeriums des Innern

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Koschmin (Provinz Posen / Koźmin Wielkopolski, Polen); Vater Bauarb., Mutter Landarb.; Sohn  Eduard S.; 1902 – 09 Volksschule; 1909 – 11 Schießlehrling in einem Kalibergwerk bei Fallersleben; 1912 – 15 Wanderschaft, Tätigkeit in versch. Berufen; 1915 – 18 Kriegsdienst an der Westfront, Gefr.; 1918 – 21 Schmelzer in Hamburg; 1920 USPD; KPD; Vors. der KPD-Ortsgr. Schiffbek u. bis 1922 Betriebsratsvors.; anschl. Bauarb.; Okt. 1923 Ltr. des Hamburger Aufstands in Schiffbek; 1924 verhaftet, verurteilt zu fünf Jahren Festungshaft, April 1925 – Dez. 1926 Haft im Gefängnis Gollnow; anschl. Hafenarb. in Hamburg, dann erwerbslos; 1927 RGO; 1927 – 28 Sekr. der KPD-Stadtteilltg. Hamburg-Barmbek; 1927 – 33 Mitgl. der KPD-BL Wasserkante; 1928 – 31 Sekr. der UBL Harburg-Wilhelmsburg; 1929 wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt zu neun Mon. Gefängnis verurteilt, Vollzug in Altona; 1931 Besuch der militärpol. Schule in Moskau; 1932 – 33 Sekr. der Ltg. des KPD-UB Altona; ab 1933 illeg. Tätigkeit; 1933 Pol.-Sekr. der KPD zunächst in Bremen, dann im Saarl.; März/April 1935 zur Verfügung der KPD-Ltg. in Paris; dann Emigr. in die UdSSR; 1936 Gewerkschaftsinstrukteur für ausländ. Arbeiter im Lokomotivwerk Woroschilowgrad; sowj. Staatsbürgerschaft; ab Juni 1937 Teiln. am span. Bürgerkrieg; Politkommissar in der Offz.-Schule der Internat. Brigade in Pozo Rubio, Ltn., 1938 zum Soldaten degradiert; 1938 KP Spaniens; Aberkennung der dt. Staatsbürgerschaft; 1939 – 41 in den frz. Lagern St. Cyprien, Gurs u. Le Vernet interniert; dort illeg. Parteiarbeit; die Rückkehr in die UdSSR scheitert zunächst am Einspruch  Walter Ulbrichts; 1941 in der Sonderfahndungsliste »UdSSR« der Gestapo erf.; 1941 – 43 im Lager Djelfa in Algerien; 1943 kurzz. in der Brit. Armee in Algerien; dann über Iran u. Turkmenien im Sept. 1943 Rückkehr nach Moskau; Erkrankung an Typhus; ab Jan. 1944 Seminarltr. in der Antifa-Schule des Kriegsgefangenenlagers Nr. 165.
Am 6.5.1945 als Mitgl. der Gruppe  Gustav Sobottka nach Stettin; Instrukteur in Greifswald, Neubrandenb. u. Neustrelitz; Aug. –
Dez. 1945 Gen.-Staatsanwalt von Mecklenb.; 1945 – 49 Mitgl. des Landesvorst. Mecklenb. der KPD/SED; 1946 – 50 Vors. bzw. 1. Sekr. der SED-KL Schwerin; 1950 – 52 Chefinspekteur u. Politstellv. in der Landespolizeibehörde Sachsen; 1952 – 55 stellv. Ltr. der Politverw. der DVP-HV; 1955 – 59 Ltr. der HA Kader der DVP-HV; anschl. Ltr. der Kaderabt. im MdI; 1964 als Gen.-Major pensioniert; 1964 VVO; 1966 KMO; gest. in Berlin.

PeE

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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 6. Oktober 1896 in Koschmin/ Provinz Posen, Sohn einer Arbeiterfamilie. Hütejunge, dann Wanderschaft, später Hafenarbeiter in Hamburg. 1915 zum Militärdienst eingezogen, war er nach der Revolution Betriebsratsvorsitzender in Hamburg, von Januar 1919 bis Januar 1920 Mitglied der AAU. Dann in der USPD und im Dezember 1920 Mitglied der VKPD. 1922/23 als Bauarbeiter tätig, nahm am Hamburger Aufstand 1923 teil und saß deswegen von 1924 bis 1926 in Festungshaft in Gollnow. Im Oktober 1927 Sekretär des KPD-UB Hamburg-Barmbek, von April 1928 bis Mai 1931 des UB Harburg-Wilhelmsburg. 1929 wegen »Widerstands gegen die Staatsgewalt« zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Switalla besuchte 1931 die M-Schule in Moskau, nach seiner Rückkehr Mitglied der engeren BL Wasserkante. Am 5. März 1933 in den Preußischen Landtag gewählt, konnte er wegen des NS-Terrors sein Mandat nicht ausüben. Im April 1933 Polleiter des illegalen Bezirks Nordwest (Bremen), vom ZK im Juli 1933 als Polleiter für das Saargebiet eingesetzt. Er kam im Mai 1935 in die Sowjetunion, hier zunächst bei der Fraktion um Hermann Schubert, mit dem er seit Hamburg verbunden war. Bis Dezember 1935 Instrukteur im Internationalen Klub der Seeleute, dann Gewerkschaftsinstrukteur für die ausländischen Arbeiter in Woroschilowgrad. Von Januar bis April 1937 absolvierte Switalla eine weitere militärische Ausbildung und war von Mai 1937 bis Februar 1939 Angehöriger der Internationalen Brigaden in Spanien, u. a. Politkommissar an einer Offiziersschule. Von Februar 1939 bis November 1941 in Frankreich interniert, anschließend bis Mai 1943 im Wüstenlager Djelfa in Nordafrika. Im Juni 1943 kam er mit einem Transport in die Sowjetunion, von Januar 1944 bis April 1945 Lehrer an Antifa-Schulen. Anfang Mai 1945 kehrte er mit der von Gustav Sobottka geleiteten Gruppe nach Deutschland zurück, von August bis Dezember 1945 Generalstaatsanwalt von Mecklenburg, ab Januar 1946 1. Sekretär der KPD bzw. ab April 1946 Vorsitzender der SED Schwerin. 1950 zur Polizei, bis 1952 Stellvertreter des Chefs der VP Sachsen, dann bis September 1955 der Politischen Verwaltung der HVDVP. Er wechselte 1954 zeitweilig in das Staatssekretariat für Staatssicherheit, war bis August 1959 Leiter der Hauptabteilung Personal, zuletzt Leiter der Kaderverwaltung des Innenministeriums. Als Generalmajor 1964 ausgeschieden, erhielt er 1966 den Karl-Marx-Orden. Anton Switalla starb am 8. April 1970.
Sein Sohn Eduard Switalla (* 27. 11. 1919 – †28. 5. 2004) emigrierte mit den Eltern 1933 nach Frankreich, später in die Sowjetunion, lernte Schlosser und war seit 1941 in der »Arbeitsarmee«. Er kam 1946 in die SZB, wurde Mitglied der SED und ging zur Polizei. Ab 1950 beim MfS, zeitweise Leiter der Bezirksverwaltung Rostock, später Abteilungsleiter im Ministerium für Staatssicherheit in Ost-Berlin.

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