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Tralow, Johannes

(Ps. Hanns Low)
* 2.8.1882, † 27.2.1968
Schriftsteller, Geschäftsführender Präsident des Deutschen PEN

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Lübeck; Vater Kfm. u. Kürschnermstr.; Realschule, Realgymnasium, Abitur; zur Behandlung einer Lungentuberkulose mehrj. Aufenthalt in Ägypten; Arbeit in einem Import-Exportgeschäft in Alexandria; kfm. Lehre; Reisen in den Orient; Chefred. des »Lübecker Tageblatts«; Chef des liter. Büros einer Berliner Versicherungsges.; 1910 Dir. des Berliner Theater-Verlags; ab 1914 Regisseur u. Theaterltr. u. a. in Halle, Berlin, Nürnberg, Köln (hier Gründung des »Theaters des werktätigen Volkes« am Friesenplatz), Frankfurt (Main) u. Hamburg; 1920 – 33 SDS; 1929 PEN; erste Romanveröff. in Berlin (»König Neuhoff«); lebte 1933 – 45 zurückgezogen als freier Schriftst. an der Mosel u. ab 1938 in Gauting (b. München); Kurzgeschichten u. Fortsetzungsromane u. a. für die »Frankfurter Illustrierte« u. die »Hamburger Illustrierte«.
1945 – 47 Oberster Richter der 1. Spruchkammer (zur Entnazifizierung) in Starnberg, Amtsniederlegung aus Protest gegen Eingriffe der amerik. Besatzungsmacht; ab 1946 zeitw. Mitgl. der CSU; 1951 – 57 Geschäftsf. Präs. des Dt. PEN-Zentrums Ost u. West; 1956 Mitgl. des SV; Ehrenmitgl. des Dt. PEN-Zentrums; Mitgl. der dt.-türk. Ges. zu Bonn; da J. T. in der Bundesrep. Dtl. keinen Verleger fand, nahm er seinen zweiten Wohnsitz in der DDR (Berlin); 1967 Verleihung des Prof.-Titels durch den Kulturmin. der DDR u. Dt. Friedensmedaille; gest. in Berlin.
J. T. begann seine liter. Laufbahn als Dramatiker, später folgten Nachdichtungen antiker Dramen; als bedeutendstes Erzählwerk gilt die Osman. Tetralogie mit den Romanen »Roxelane« (Zürich / Wien 1942), »Irene von Trapezunt« (Wiesentheid 1947), »Malachtun« (Berlin 1952) u. »Der Eunuch« (Berlin 1956), in denen Aufstieg u. beginnender Zerfall des Osman. Reichs vom 13. – 17. Jh. sachkundig u. facettenreich geschildert werden.

Publ.: Das Gastmahl in Pavia. Berlin 1907; Inge. Berlin 1912; Die Mutter. München 1914; Gewalt aus der Erde. Berlin 1933; Die verliebte Mosel. Hamburg 1936; Boykott. München 1950; Aufstand der Männer. Berlin 1953; Mohammed. Berlin 1967.
Sek.-Lit.: J. T. Leben u. Werk. Hrsg. v. H. Stötzer. Berlin 1968; Diesner, H.-J.: Historie im Zeitverständnis. In: Neue Dt. Lit. (1972) 11; Der Nachlaß J. T. Bearb. v. H. Stötzer u. H. Döhn. Berlin 1977.
MaH

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