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Wangenheim, Inge(borg) von

geb. Franke
* 1.7.1912, † 6.4.1993
Schriftstellerin, Schauspielerin, Regisseurin

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Arbeiter; Mutter Konfektionsarb.; Besuch des Lyzeums; anschl. Schauspielschule; Mitgl. des Schauspielkoll. »Gruppe junger Schauspieler«; kleine Rollen auch bei Erwin Piscator; 1930 KPD; 1931 – 33 Mitgl. des vom Ehemann  Gustav v. W. geleiteten Schauspielkoll. »Truppe 1931«; 1933 Emigr. über Brüssel zunächst nach Paris, dann nach Moskau; 1934 – 35 Mitgl. des dt.-spr. Theaterkoll. »Dt. Theater Kolonne Links« u. Tätigkeit als Journalistin; 1937 sowj. Staatsbürgerschaft; 1937/38 Mitarb. der Red. »Das Wort«; 1939 – 41 Sprecherin der dt. Red. eines Moskauer Radiosenders; 1941 Evakuierung nach Chistopol, Kasan u. Taschkent; 1943 – 45 erneut in Moskau; u. a. Red. für die BFD, Sender »Freies Dtl.« (»Institut 205«).
Nov. 1945 Rückkehr nach Berlin; 1946 SED; 1947 Gründungsmitgl. des Bunds Dt. Volksbühnen; 1947 – 48 Hrsg. der Monatsschrift »Volksbühne«; Schauspielerin u. Regisseurin, u. a. am Dt. Theater Berlin; Filmtätigkeit; ab 1949 vor allem schriftsteller. Tätigkeit (Romane, Erzählungen, Essays, theoret. Schriften, Reportagen); lebte nach der Scheidung von ihrem Mann ab Dez. 1961 in Rudolstadt, ab 1974 in Weimar; Vorstandsmitgl. des SV; 1966 Kunstpreis des FDGB; 1968 Heinrich-Heine-Preis; 1972 VVO; 1977 NP; 1987 KMO (Rückgabe des Ordens u. Übergabe der damit verbundenen 20.000 Mark an die Volkssolid. Weimar im Dez. 1989); 1989 Dr. h. c. der FSU Jena; gest. in Weimar.
Im autobiogr. Buch »Mein Haus Vaterland« (Berlin 1950) beschreibt I. v. W. ihre frühen Lebensjahre bis 1933; die Exiljahre mit einer relativ offenen Darstellung der Moskauer Schauprozesse – wenngleich aus dogmat. Sicht – sind Gegenstand des Buchs »Auf weitem Feld« (Berlin 1954); »Am Morgen ist der Tag ein Kind« (Berlin 1957) thematisiert die Ereignisse des 17. Juni 1953.
Sek.-Lit.: Kahle, W.: Essayistik im liter. Ensemble. Zum Schaffen I. v. W. In: Weimarer Beiträge (1971) 10; Falk, C.: 70. Geb. der DDR-Schriftst. I. v. W. (Biobibl.). In: Bibliograph. Kalenderblätter (1982) 7; Schmidt, S.: I. v. W. In: Geerdts, H. J. (Hrsg.): Lit. der DDR. Bd. 3. Berlin 1987.

Publ.: Die hypnotisierte Kellnerin. Rudolstadt 1968; Kalkutta liegt nicht am Ganges. Rudolstadt 1970; Die tickende Bratpfanne. Rudolstadt 1974; Hamburgische Elegie. Halle 1977; Spaal. Rudolstadt 1979; Die Entgleisung. Halle 1980; Genosse Jemand u. die Klassik. Halle 1981; Deutsch u. Geschichte. Halle 1987; Der goldene Turm. Rudolstadt 1988.
MaH; BRB

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