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Weinhold, Werner

* 8.8.1949
Grenzdurchbrecher

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Dresden; Schulbesuch; Ausbildung zum Dreher; mehrere Jugendstraftaten, 1966 – 75 viermal rechtskräftig verurteilt (unbefugte Kfz-Benutzung in 60 Fällen, Herbeiführung eines schweren Verkehrsunfalls, mehrf. schwerer Diebstahl); insges. zu sechs Jahren u. neun Mon. Haft verurteilt; am 6.10.1972 nach einer Amnestie aus der Haft entlassen; 1975 während der Bewährungszeit erneute Straftat (Sittlichkeitsdelikt); entzog sich dem Ermittlungsverfahren durch Flucht, nach Pkw- u. Waffendiebstahl gewaltsamer Grenzdurchbruch zur Bundesrep. Dtl. am 19.12.1975 bei Veilsdorf (Krs. Hildburghausen), erschoß dabei mit einer Pistole den Gefr. Klaus-Peter Seidel u. den Soldaten Jürgen Lange; zweimaliges Auslieferungsersuchen der DDR wurde vom Bundesjustizmin. abgelehnt; 1976 vom Essener LG freigesprochen (Notwehrrecht) u. mit 15.000 DM entschädigt; am 1.12.1978 in einem zweiten Prozeß in Hagen zu einer Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren wegen zweifachen Totschlags verurteilt, 1982 vorzeitig aus der Haft entlassen, lebt in Marl.
1993 Vorwürfe an MfS-Gen.  Gerhard Neiber wegen »Mordplanung« gegen ihn, jedoch wegen unklarer Beweislage keine Anklageerhebung; 2005 Verurteilung von W. wegen gefährl. Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft, da er mit der Pistole von 1975 in seiner Stammkneipe auf einen Bekannten geschossen hatte.

Sek.-Lit.: Köhler, H.: Doppelmord im Niemandsland? Der Fall Weinhold. Dok.-Film, Spiegel-TV 2002.
ChL

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