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Werner, Klaus

* 22.9.1940, † 8.1.2010
Kunsthistoriker

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Holzhau (Erzgeb.); Vater Mechaniker, 1942 gefallen; Schulbesuch in Hamburg u. Chemnitz, 1957 Abitur; anschl. Studium der Kunstgeschichte; Kontakte zu bildenden Künstlern, Ausrichtung von Grafikausstellungen; 1963 – 64 Ref. im Kulturmin.; SED; nach Konflikt um nichtkonforme Künstler (u. a.  Harald Metzkes,  Werner Stötzer,  Robert Rehfeldt) Entlassung u. Ausschl. aus der SED (später aufgehoben); NVA; ab 1965 freischaff. Kunstwissenschaftler; 1966 Forschungsauftrag »Künstlerpersönlichkeit u. Kunst« des Kulturmin., vorz. Abbruch wegen angebl. unbefriedigender Resultate; 1968 erneute Berufung durch Kulturmin.  Klaus Gysi, anläßl. eines Aufsatzes über den Künstler Helmut Diehl, der gegen den Einmarsch in Prag protestiert hatte, aus der Stelle gedrängt; 1969 – 72 Projekt »VEB Zentrum Bildende Kunst« in Neubrandenb., Aussetzung der staatl. Unterstützung wegen der Anwerbung der unabh. Künstler  Michael Morgner u. Thomas Ranft; 1970 Prom. an der HU Berlin; 1973 Mitarb. an der Kunst-HS Berlin-Weißensee, Kündigung u. Parteiverfahren wegen Kritik am »Staatsratserlaß zu Fragen der Kunst u. Kultur« u. Teiln. an einer Feier mit  Wolf Biermann; 1973 Tätigkeit in der Genossenschaft Bildender Künstler Berlins; 1975 Gründung der Galerie »Arkade«, die zu einem der bedeutendsten öffentl. Orte der Präsentation experiment. Kunst der DDR avancierte, trotz Übernahme der Galerie durch den Staatl. Kunsthandel bis 1981 über 70 Ausstellungen insbes. krit. junger Künstler sowie jährl. Pleinairs, in denen neue Formen der Kunstprod. (Video, Installationen) praktiziert wurden; 1976 – 81 Hrsg. der Edition Arkade; Beratung der Ständ. Vertr. der Bundesrep. Dtl. bei der Org. von Ausstellungen; ab 1977 vom MfS in den OV »Arkade« u. »Galerie« bearbeitet; Dez. 1981 nach mehreren Verwarnungen (u. a. wegen Teiln. des westdt. Künstlers Klaus Staeck an einem Pleinair) Schließung der Galerie Arkade, fristlose Entlassung u. Ausschl. aus der SED; Lebensunterhalt durch Vorträge u. Publ.; 1984 Umzug nach Leipzig; 1988 Mitbegr. einer opp. Gruppe im VBK mit dem Ziel der Reform des VBK u. der Ablösung  Willi Sittes als Verb.-Präs., Vortrag des Forderungskat. auf dem letzten VBK-Kongreß; 1990 vom Kulturmin.  Herbert Schirmer zum Ltr. der Abt. Bildende Kunst, Denkmalpflege u. Museen berufen; ostdt. Ltr. der AG »Kulturelles Erbe« in der Verhandlungsgr. »Kultur« zum Einigungsvertrag.
Nach 1990 Engagement für die Gründung eines Museums für Zeitgenöss. Kunst in Leipzig, Geschäftsf. des Förderkrs. zur Gründung der Galerie für zeitgenöss. Kunst; Ausrichtung zahlr. größerer Ausstellungen; 1998 – 2000 Geschäftsf. u. Dir. der Galerie für Zeitgenöss. Kunst Leipzig (Eröffn. im Mai 1998); 2000 – 03 Rektor der HS für Grafik u. Buchkunst Leipzig; Mitgl. versch. kulturpol. Gremien im Freistaat Sachsen u. auf Bundesebene; Mitgl. der Jury Villa Massimo, der Findungskommission der documenta 10; Sachverständiger im Kunstbeirat des Dt. Bundestags; 2006 Übergabe seiner Sammlg. an das Archiv der Akad. der Künste; 2008/09 Ausst. »KW – Hommage à K. W.« in der Galerie für zeitgenöss. Kunst Leipzig; gest. in Leipzig.
Zahlr. Publ. zu nonkonformen Künstlern der DDR u. der klass. Moderne, u. a. zu Charlotte E. Pauly, Herbert Tucholski u. zur Künstlergr. Clara Mosch in Chemnitz; Werkverz. zu A. R. Penck (nicht veröff.) u. Carlfriedrich Claus; Heiner Stachelhaus: Joseph Beuys. Leipzig 1988 (Hrsg.).

AnS

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