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Wolff, Friedrich

* 30.7.1922
Vorsitzender des Rats der Kollegien der Rechtsanwälte

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin-Neukölln; Vater Arzt; 1928 – 32 Volksschule, anschl. Gymnasium, 1941 Abitur; 1941 – 43 Ausbildung zum Kfm; wegen jüd. Abstammung nicht zur Wehrmacht eingezogen, sondern in Munitionsfabriken dienstverpflichtet, 1943 in Berlin-Neukölln u. 1944/45 in Treuenbrietzen.
1945/46 Übersetzer bei Gericht u. der Staatsanwaltschaft Berlin-Neukölln; 1945/46 KPD/ SED; 1946 – 49 Studium der Rechtswiss. an der HU Berlin; Referendarsexamen; 1949/50 Richter am Amtsgericht Berlin-Weißensee; 1950/51 Seminarltr. an der Richterschule Berlin; 1951 – 53 Ref. bzw. Hauptref. in der Hauptabt. Justiz des Magistrats von Berlin, Entlassung aus »kaderpol. Gründen«; 1953 Gründer des Rechtsanwaltskolleg. Berlin u. 1954 – 70, 1984 – 88, Febr. – Sept. 1990 dessen Vors.; wegen fakt. Koppelung beider Ämter in den gleichen Zeiträumen Vors. der DDR-Dachorg. der Rechtsanwaltskollegien; 1962 Mitgl. des Zentralvorst. der Vereinigung Demokrat. Juristen, 1985 ihr Vizepräs., März – Sept. 1990 ihr Präs. (Nachf. von  Günter Sarge); 1983 Prom. an der HU Berlin mit einer Diss. zur Stellung des Rechtsanwalts; ab 1981 Moderator der Fernsehreihe »Alles was Recht ist« (Nachf. von  Friedrich Karl Kaul); Autor populärer Schriften zu Rechtsfragen; vertrat vor Gericht u. a. Demonstranten vom 17.6.1953 u. 1957  Walter Janka; 1960 Pflichtverteidiger von Theodor Oberländer, Dez. 1989 – 93 Anwalt von  Erich Honecker; 1982 VVO.
Mitgl. im Ältestenrat der PDS; Mithrsg. der Ztschr. »Neue Justiz«; lebt in Stolzenhagen (b. Berlin).

Publ.: Vertrauensvoll zum Rechtsanwalt. Berlin 1982; Pol. Strafprozesse in Dtl. Von 1945 – 68. In: PDS (Hrsg.): Ansichten zur Geschichte der DDR. Bonn 1994; Verlorene Prozesse 1953 – 98. Meine Verteidigung in pol. Verfahren. Baden-Baden 1999; Einigkeit u. Recht. Berlin 2005; Verlorene Prozesse. Berlin 2009.
HME

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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