Biographische Datenbanken

Wolff, Gerry (Gerald)

* 26.6.1920, † 16.2.2005
Schauspieler

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Bremen; Vater Martin W., Schauspieler, Mutter Grete Lilien, Soubrette, Großvater Rabbiner; verlor mit 11 Jahren seine Eltern, aufgw. bei der Großmutter in Berlin; jüd. Gymnasium; 1935 von seinem Onkel mit einem jüd. Kindertransport ins Exil nach England geschickt; Schulabschluß im südengl. Halsemere, danach Arbeit als Tischler, Gärtner, Tellerwäscher u. Autoschlosser; 1939 Internierung auf der brit. Insel Man, im Lagertheater erstmals mit Agitpropstücken auf der Bühne; anschl. Kriegsfreiwilliger für den brit. Zivilschutz; bis Kriegsende Lektor eines Londoner Verlags, gleichzeitig Mitgl. einer Theatergruppe des KB u. der FDJ in London.
1947 Rückkehr nach Dtl.; SED, Engagement im KB; 1949 Engagement am Theater am Schiffbauerdamm in Berlin, ab 1954 an der Volksbühne, ab 1960 Auftritte am Maxim-Gorki-Theater; seit 1961 im Ensemble der DEFA, über 100 Film- u. Fernsehrollen, u. a. in: »Sie kannten sich alle« (1956), »Emilia Galotti« (1957), »Die schwarze Galeere« (1962), »Die Jagd nach dem Stiefel« (1962), »Nackt unter Wölfen« (1963), »Wenn du groß bist, lieber Adam« (1965), »Aus dem Leben eines Taugenichts« (1973), »Orpheus in der Unterwelt« (1973), »Die Wahlverwandtschaften« (1974), »Beethoven – Tage aus einem Leben« (1976), »El Cantor« (1977), »Glück im Hinterhaus« (1979), »Dein unbekannter Bruder« (1981), »Die Tänzerin« (1989); Fernsehrollen u. a. in »Familie Rechlin« (1981), »Martin Luther« (1983), »Spuk im Hochhaus« (1982), »Kiezgeschichten« (1987), »Das Trio« (1990); in zahlr. Filmen in der Rolle des Sprechers, außerdem Synchron- u. Hörspielarbeiten; ab Mitte der 1960er Jahre musikal.-literar. Programme; Chanson-Interpret (»Die Rose war rot«, Lieder über Che Guevara u. Ho Chi Minh); Fernsehmoderation »Von Melodie zu Melodie«).
Nach 1990 weiterhin Rollen in Film- u. TV-Produktionen: »Ende der Unschuld« (1991), »Der Hauptmann von Köpenick« (1997), »Tod im Jaguar« (1996, »Tatort«), »Jetzt oder nie: Zeit ist Geld« (2000), »Engel sucht Flügel« (2001); nach einem Schlaganfall 2001 kaum noch Auftritte; gest. in Oranienburg.

Publ.: Jüdische Witze. Hörbuch (zus. mit Angelika Waller). Berlin 1999; »Die Rose war rot«. Eine Schauspielerlegende erinnert sich. Mit CD (Hrsg. von W. Herzberg), Berlin 2006.
IKF

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Ch. Links Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
Ch. Links Verlag, Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin, Tel. 030- 44 02 32-0, mail@christoph-links-verlag.de

Zum Abkürzungsverzeichnis