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Wolfram, Gerhard

* 15.6.1922, † 20.1.1991
Regisseur, Dramaturg, Theaterleiter

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Naumburg (Saale); Vater Zollsekretär; 1928 – 40 Grundschule u. Realgymnasium in Naumburg (Saale), ab 1936 in Dresden, 1941 Abitur in Dresden; 1939 – 41 Schauspieleleve am Schauspielhaus Dresden u. am Komödienhaus bei Heinz Papst; Sept. 1940 NSDP; 1941 RAD, Aug. 1941 Militärdienst, Gefr. der Luftwaffe beim 17. Luftwaffen-Versuchsregt., Fliegerhorst Köthen (Sachsen-Anh.); 1941 – 44 Schauspieler, Dramaturg u. Regisseur der Soldatenbühne beim Nachrichtenversuchsregt. Köthen; 1944 Uffz., 1945 Fahnenjunker, 1944/ 45 Zwangsschließung des Theaters; Einsatz als Ausbilder für Hochfrequenztechnik in Köthen, Fronteinsatz (Schlacht an der Oder), Verwundung u. Entlassung aus dem Lazarett vor der dt. Kapitulation.
1945/46 Schauspieler, Dramaturg u. Regisseur am Stadttheater Köthen, Inszenierung »Leonce u. Lena«; 1946/47 Abt.-Ltr. »Künstler. Wort« beim Landesrundfunk, Sender Halle; 1947/48 Sprecher u. Dramaturg beim Landesrundfunk, Sender Leipzig; 1948/49 Schauspieler, Regisseur, Autor u. Ltr. des Künstler. Betriebsbüros an der Volksbühne Leipzig; 1953 SED; 1949 – 51 Dramaturg u. Abt.-Ltr. »Theater u. Film« beim Berliner Rundfunk, trotz Intervention von  Bertolt Brecht Entlassung im Zusammenhang mit den Diskussionen um den »Lukullus« (Formalismus-Debatte); 1951/52 Regisseur beim DEFA-Synchronstudio; 1952/53 Ressortltr. »Theater u. Film« bei der Ztg. »Tägl. Rundschau«; Autor von Kritiken; Mitbegr. der Ztschr. »Die dt. Filmkunst« (1953, keine Aufn. in die Red.); 1955 – 63 Dramaturg am Maxim-Gorki-Theater Berlin (Ltg.:  Maxim Vallentin); 1962 NP; 1963 – 65 Chefdramaturg u. stellv. Intendant der Vereinigten Bühnen Maxim-Gorki-Theater u. Volksbühne; 1965 Funktionsenthebung nach Zerwürfnis mit Maxim Vallentin u. im Zusammenhang mit dem 11. Plenum des ZK; 1966 – 72 Intendant des Landestheaters Halle, das durch Experimente sowie Förderung junger Künstler u. Autoren zu einem Zentrum der DDR-Theaterkultur wurde; 1969 NP; 1971 – 76 Kand. des ZK der SED; 1971 – 89 Mitgl. des Präs. des Verb. der Theaterschaffenden der DDR; 1972 – 82 Intendant des Dt. Theaters Berlin, Nachf. von  Hanns Anselm Perten; Abberufung nach einer pol. Intrige des 1. Sekr. der BL der SED Berlin; 1975 – 89 Vizepräs. des Verb. der Theaterschaffenden; Förderer von DDR-Dramatik u. Autoren, u. a.  Peter Hacks,  Horst Schönemann,  Alexander Lang,  Wolfgang Engel,  Volker Braun,  Christoph Hein,  Alfred Matusche,  Heiner Müller,  Ulrich Plenzdorf; 1983 – 90 Intendant des Staatsschauspiels Dresden, Disziplinar- u. Parteiverfahren wegen der Aufn. der »Übergangsgesellschaft« von Volker Braun in den Spielplan; 1990 dort Ehrenmitgl.; gest. in Berlin.

AuR; BRB

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