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Brassat, Rudolf

* 31.7.1905, † 26.2.1983
SED-Funktionär

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Berlin; Vater Arbeiter, Mutter Fabrikarb.; Volksschule in Berlin; Ausbildung zum Schlosser; 1919 Mitgl. des FSJ, später KJV u. 1924 der KPD; ab 1931 Pol.-Ltr. der RGO Thür.; ab 1933 illeg. pol. Arbeit in Berlin für den UB Nord; Juni 1933 verhaftet, Nov. 1934 vom VGH zu zwei Jahren Zuchthaus veruteilt; Haft in Berlin-Moabit, KZ Lichtenburg, Zuchthaus Luckau; nach der Entlassung Okt. 1936 ungelernter Arb. in Berlin; Febr. 1943 zum Strafbat. 999 eingezogen; 1945/46 brit. Kriegsgef. in Ägypten; 1946 Besuch eines Antifa-Lehrgangs in Wilton-Park (b. London).
Dez. 1946 Rückkehr nach Dtl. (SBZ); Mitgl. der SED; kurzz. Red. beim »Neuen Dtl.«, ab 1947 Mitarb. der Abt. Org.-Instrukteur des ZS der SED; 1949 – 51 1. Sekr. der SED-PO im zentr. Apparat des PV bzw. ZK der SED; 1951 als »Westemigrant« Funktionsverbot; anschl. Kulturdir. im VEB »Karl-Marx-Werk« in Potsdam-Babelsberg; danach Werkdir. im VEB IFA-Motorenwerk Zschopau; 1952/53 inhaftiert wegen »ungesetzl. Verwendung von Betriebsgeldern«; 1952 SED-Ausschl.; später Abt.-Ltr. im VEB Bremsenwerk Berlin; 1956 Wiederaufn. in die SED; geriet wg. seiner scharfen Kritik an der fehlenden Entstalinisierung u. am Führungsstil von  Walter Ulbricht ins Visir von ZPKK u. MfS, deshalb 1958 erneut SED-Ausschluß; gest. in Bad Liebenstein.

Sek.-Lit.: Mählert, U.: Wie beim unaufhaltsamen Vorwärtsschreiten so mancher auf der Strecke blieb. Der Berliner Kommunist R. B. In: JHK. Berlin 2005.
BRB

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Redaktionsschluss: Oktober 2009. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet.
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Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 31. Juli 1905 in Berlin, Sohn einer Arbeiterfamilie; Schlosser, 1919 Mitglied der FSJ, 1924 der KPD. Zunächst ehrenamtliche Arbeit, ab 1931 Polleiter der RGO Thüringen und Instrukteur bzw. Referent des ZK für Süddeutschland. 1933 illegal in Berlin aktiv, u. a. verantwortlich für den KPD-UB Berlin-Nord. Am 13. Juni 1933 festgenommen, wurde Brassat vom VGH gemeinsam mit Karl Olbrysch am 20.November 1934 zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach der Freilassung im Oktober 1936 ungelernter Arbeiter bei der Deutschen Fernkabel Gesellschaft Berlin. Mitte Februar 1943 zum Strafbataillon 999 eingezogen, war er 1945/46 in britischer Kriegsgefangenschaft in Ägypten und besuchte dann einen Antifa-Lehrgang in Wilton-Park bei London. Ende 1946 Rückkehr nach Deutschland. Als Mitglied der SED Referent im FDGB-Bundesvorstand bzw. kurzzeitig Redakteur beim »Neuen Deutschland«, anschließend Referent in der Orgabteilung im ZS der SED. Brassat mußte 1951 wegen »Westemigration« aus dem Apparat des ZK ausscheiden, wurde Kulturdirektor in Potsdam-Babelsberg, anschließend Werkdirektor im IFA-Motorenwerk Zschopau. 1952 und 1953 wegen »ungesetzlicher Verwendung von Betriebsgeldern« inhaftiert, 1954 auch aus der SED ausgeschlossen, im August 1956 jedoch wieder aufgenommen. Inzwischen als Abteilungsleiter im VEB Bremsenwerk in Ost-Berlin tätig, geriet er wegen seiner scharfen Kritik an der fehlenden Entstalinisierung und am Führungsstil Walter Ulbrichts und Hermann Materns ins Visier von ZPKK und MfS und wurde 1958 erneut aus der SED ausgeschlossen. Rudolf Brassat starb am 26. Februar 1983 in Bad Liebenstein. Ulrich Mählert veröffentlichte 2005 im Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung eine biographische Skizze über Rudolf Brassat.

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