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Zimmering, Max

(Ps. Max Lorbeer)
* 16.11.1909, † 15.9.1973
Schriftsteller

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Pirna in einer jüd. Fam.; Vater Uhrmacher u. Kfm. (1942 im KZ Auschwitz ermordet); Cousin von  Lea Grundig u.  Bruno Goldhammer; 1914 Umzug der Fam. nach Dresden; 1916 – 30 Volks- u. Oberrealschule, Abitur; 1925 – 28 Mitgl. der zionist. Jugendbew. »Blau-Weiß« u. »Kadimah«; 1928 KJVD, Agitpropltr. in Dresden-Altstadt; 1928 ZdA; 1928 Mitbegr. der Jüd. Arbeiter- u. Angestelltenjugend (J.A.A.J.); 1929 KPD; veröff. als Schüler Gedichte in der Arbeiterpresse, 1930 Lyrikpreis der Ztschr. »Linkskurve«; 1930 – 32 Ausbildung zum Schaufensterdekorateur beim Warenhaus Hermann Tietz in Dresden, wg. gewerkschaftl. Aktivitäten entlassen; 1930 Mitbegr. des BPRS in Dresden; RGO; Arbeiterkorresp. der »Roten Fahne« u. Mitarb. anderer linker Ztg.; 1930 – 33 Mitarb. im M-App. der KPD, Abwehrarbeit in Reichswehr u. Polizei; 1932 Dekorateur im Warenhaus »Wohlwert« in Dresden, erster Erzählband (»Brand im Warenhaus«); Mai 1933 Emigr. nach Paris, dort u. a. Tellerwäscher u. Bauhilfsarbeiter; 1934 / 35 in Palästina, Land- u. Bauarbeiter, u. a. im Kibbuz in Herlia; Mitarb. der illeg. KP Palästinas; Mai 1935 Emigr. nach Prag, dort Mitgl. des »Bert-Brecht-Klubs«, Verf. von Texten für die »Freie Dt. Spielgemeinschaft« (Ltr.  Erwin Geschonneck); März 1939 Flucht nach Großbrit., 1939/ 40 in Oxford u. London; 1940 / 41 interniert in Liverpool, in Australien u. auf der Isle of Man; ab 1941 Red. der Ztschr. »Freie Dt. Kultur« u. »Freie Dt. Tribüne« in London u. 1941 – 45 Ltr. der Publikationsabt. des Freien Dt. Kulturbundes in Großbrit.; 1942 – 46 Mitgl. des Internat. PEN-Clubs; 1945 / 46 Mitgl. der Ltg. der KPD-Emigrationsgr.
Juli 1946 Rückkehr nach Dtl. (Dresden); SED; VVN, Mitgl. in dessen LV; 1946 – 53 Kulturred. der Wochenztg. »Zeit im Bild«; 1946 – 53 VVN-Landesvors. in Sachsen; 1952 – 56 Vors. des DSV Dresden; 1953 Heinrich-Mann-Preis; 1953 – 56 freischaff. Schriftst.; 1954 Dt. PEN-Zentrum Ost u. West; Nov. 1956 – Nov. 1958 1. Sekr. des DSV (Nachf. von  Eduard Claudius); 1958 Med. Kämpfer gegen den Fasch., Heinrich-Heine-Preis; 1958 – 63 Dir. des Lit.-Inst. »Johannes R. Becher« in Leipzig (Nachf. von  Alfred Kurella), Ablösung wg. »ungenügender Aktivitäten im Kampf gegen westl. pessimist. Realismus u. gegen revisionist. Bestrebungen«; 1959 Heinrich-Heine-Preis; 1963 Kand. des ZK der SED; ab 1963 freischaff. Schriftst., v. a. Lyrik u. Kinderbücher; 1964 Mitgl. des Komitees der Antifasch. Widerstandskämpfer der DDR; 1969 NP, VVO; gest. in Dresden.
Verf. zahlr. agitator. Gedichte, Kantaten, Erzählungen.

Publ.: Li u. die roten Bergsteiger. Berlin 1940; Der Keim des Neuen. London 1944; Im Antlitz der Zeit. Berlin 1948; Der gekreuzigte Grischa. Erzählungen, Skizzen, Anekdoten. Berlin 1969; Wir lieben unsere Zeit. Gedichte, Erzählungen, Erinnerungen, Prosa. Berlin 1979; Das war Ernst Thälmann. Stuttgart 1980; Lied von Finsternis u. Licht – Gedichte u. Nachdichtungen 1928 – 1973. Berlin 1986.
Sek.-Lit.: Riedel, H.: M. Z. In: Lit. der DDR. Einzeldarstellungen, Bd. 1. Berlin 1974; Ritchie, J. M.: M. Z.’s »Unfreiwillige Weltreise«. In: Harris, N., Sayner, J. (Hrsg.): The text and its context. Studies in modern German literature and society. Oxford 2008.
BRB

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