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Agatz, Wilhelm

* 10.6.1904, † 29.8.1957

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 10. Juni 1904 in Heisingen bei Essen, Sohn eines Bergarbeiters. Nach der Schulentlassung Bergmann, 1918 Mitglied des Bergarbeiterverbandes, 1920 der SAJ, von der er 1922 zur kommunistischen Jugend übertrat, 1924 Mitglied der KPD. Agatz war aktiver Gewerkschafter. Nach seinem Ausschluß 1930 aus dem Bergarbeiterverband gehörte er im Ruhrgebiet zu den Aktivisten der RGO. 1931 Leiter des Einheitsverbandes der Bergarbeiter innerhalb der RGO und deren Reichsleitung. Seit September 1930 war Agatz Reichstagsabgeordneter.
Nach dem Machtantritt der Nazis organisierte er bis zu seiner Verhaftung im Januar 1934 von Berlin aus die illegale Arbeit der RGO. Im Februar 1935 wurde er vom VGH zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, die er in Luckau verbüßte, anschließend war er bis Oktober 1939 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Bis zu seiner Einberufung zur Wehrmacht im Januar 1943 Maurer bei der Hochtief AG. 1945 zunächst in sowjetischer Kriegsgefangenschaft, danach schickte ihn das ZK der KPD in die Westzonen, wo er sich beim Aufbau der Bergarbeitergewerkschaft engagierte. Bis Ende 1948 war Agatz 2. Vorsitzender des Industrieverbandes Bergbau der britischen Besatzungszone, anschließend Sekretär der Hauptverwaltung der IG Bergbau im DGB. Da er innerhalb des DGB die Politik der KPD vertrat, wurde er im August 1950 aus dem DGB ausgeschlossen. Anschließend war Agatz politischer Mitarbeiter des KPD-Parteivorstandes, dem er bis zum Verbot 1956 angehörte. Er war von 1946 bis 1949 MdL in Nordrhein-Westfalen und von 1949 bis 1953 Abgeordneter der KPD im Deutschen Bundestag. Wilhelm Agatz starb am 29. August 1957 in Ost-Berlin.

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