Biographische Datenbanken

Altwein, Fritz

* 5.6.1889, † 11.2.1967

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 5. Juni 1889 in Jena als Sohn eines Zimmererpoliers, erlernte den Beruf eines Lithographen. Von 1908 bis 1924 arbeitete er bei Zeiss Jena. Altwein gehörte um 1908 mit Willi Münzenberg und Georg Schumann zu den Mitbegründern der Arbeiterjugend in Thüringen. 1908 trat er der SPD und den Gewerkschaften bei. 1917/18 Soldat, wurde Mitglied der Spartakusgruppe und der USPD. 1920 ging er zur KPD, war in Jena Ortsgruppenvorsitzender und vertrat die Partei in der Stadtverordnetenversammlung.
Altwein war Mitglied der KPD-BL Groß-Thüringen und Anhänger Heinrich Brandlers. 1924 wurde er Sekretär der RHD Bezirk Thüringen, 1925 Zentralsekretär der Reichsleitung der RHD in Berlin. Im April 1929 wurde Altwein wegen seiner Kritik am ultralinken Kurs der KPD-Führung aus der KPD ausgeschlossen und verlor auch seine Stellung als RHD-Angestellter. In der KPO aktiv, ging er mit deren Minderheit im April 1932 zur SAP. Von 1929 bis zu seiner Entlassung im Juni 1933 war er städtischer Wohlfahrtspfleger in Berlin, 1931/32 besuchte er die Hochschule für Politik. Von November 1933 bis Juni 1934 Instrukteur der illegalen SAP in Berlin, floh er wegen drohender Verhaftung über Holland in die CSSR und setzte hier die antifaschistische Arbeit fort. Im Sommer 1938 gelangte Altwein über Rotterdam nach Norwegen und arbeitete als Retuscheur. 1940 nach Schweden emigriert, war er dort zeitweilig interniert. Ab 1943 war er Lithograph in Stockholm und betätigte sich in der Landesgruppe deutscher Gewerkschafter. Da er zunächst keine Rückkehrerlaubnis erhielt, konnte er erst 1958 in die Bundesrepublik ausreisen. Er lebte in Oberursel im Taunus und wurde Mitglied der SPD. Fritz Altwein starb am 11. Februar 1967. Roland Altwein veröffentlichte 2006 eine biographische Skizze über Fritz Altwein.

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Karl Dietz Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
Karl Dietz Verlag Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Tel. 030 - 29 78 45 34

Zum Abkürzungsverzeichnis