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Auweck, Franz

* 7.8.1884, † 2.4.1964

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 7. August 1884 in München, Sohn eines Gärtners und Fabrikarbeiters. Er besuchte bis 1905 das katholische Lehrerseminar in Freising. Zunächst als Hilfslehrer an Schulen in Schröding, Gilching und München tätig, erhielt Auweck 1913 eine Stelle als Lehrer. Er wurde 1917 Soldat und schloß sich im Mai 1919 der USPD an. Als einer der Münchner Führer der linken USPD nahm er am USPD-Parteitag in Halle teil und trat dort für den Anschluß an die Komintern ein. Seine politische Einstellung brachte Auweck im November 1920 wegen »Aufreizung zum Klassenhaß und der Aufforderung zum Hochverrat« vor Gericht, er wurde jedoch freigesprochen. Ende 1920 trat er zur KPD über und war im Januar 1922 Nachrücker als Abgeordneter des Bayerischen Landtags. Nach ständigen Disziplinarmaßnahmen seitens der Schulbehörde wurde er schließlich 1922 aus dem bayerischen Schuldienst entlassen, im Oktober 1922 aber als Berufsschullehrer in Thüringen eingestellt. Auweck, der eng mit dem 1921 aus der KPD ausgeschlossenen bayerischen Landtagsabgeordneten Otto Graf verbunden war, wechselte noch während der laufenden Legislaturperiode aus der bayrischen KPD-Fraktion zur SPD. 1925 gründete er eine private Berufsmittelschule, die 1926 durch den Staat Türingen anerkannt wurde. Ab 1930 im Wartestand, 1933 Entlassung aus dem thüringischen Schuldienst und bis 1943 Arbeit in einem Tabakwarengeschäft. Von September 1945 bis 1952 war er Rektor bzw. Leiter einer Berufsmittelschule in München. Sein Privatvermögen stiftete er für die Einrichtung eines Wohnheims für Schüler des Zweiten Bildungsweges. Franz Auweck starb am 2. April 1964 in München.

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