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Baumgärtner, Friedrich

* 14.3.1897, † 10.4.1957

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 14. März 1897 in Dielkirchen. Schon in jungen Jahren Arbeiter bei der BASF Ludwigshafen/Rhein. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. 1923 hauptamtlicher Sekretär des Industrieverbandes der chemischen Arbeiter, der sich von den freien Gewerkschaften abgespaltet hatte. 1924 KPD-Abgeordneter des Bayerischen Landtags. 1925, als der selbständige Chemie-Verband wieder in die freie Gewerkschaft übergeführt wurde, Sekretär der KPD. Mit der Mehrheit des Bezirks Pfalz gehörte Baumgärtner zum linken Flügel der Partei (Weddinger Opposition). Nach dem »Offenen Brief« 1925 Nachfolger von Hans Weber als Polleiter der KPD in der Pfalz. Noch auf dem Bezirksparteitag 1927 – gegen den Willen des ZK – zum Polleiter wiedergewählt. Am 7. Februar 1928 aus der KPD ausgeschlossen, ging er nun zu der von Max Frenzel geleiteten Oppositionsgruppe der Pfalz, die sich aber im Oktober 1929 von ihm trennte. Baumgärtner näherte sich wieder der KPD und wurde 1931 Leiter der RGO in Ludwigshafen. 1933 verhaftet, saß er bis April 1934 im KZ-Dachau, anschließend 18 Monate im Gefängnis. Im Mai 1936 entlassen, bis zur Einberufung zur Wehrmacht Schlosser. Im Juni 1944 kam er erneut in »Schutzhaft«.
1945 Erster Bezirksvorsitzender der pfälzischen KPD, Mitbegründer der KPD Hessen-Pfalz, bis 1948 Mitglied des Sekretariats des Landesvorstandes. Baumgärtner war zunächst Sekretär, dann bis zu seinem Tod Landesvorsitzender der Industriegewerkschaft Metall in Rheinland-Pfalz sowie Betriebsratsvorsitzender der Firma Halberg in Ludwigshafen. 1946/47 Mitglied der Beratenden Landesversammlung Rheinland-Pfalz, von 1947 bis 1951 Abgeordneter im Rheinland-Pfälzischen Landtag. Bei den ersten Bundestagswahlen 1949 noch KPD-Kandidat im Wahlkreis Zweibrücken-Pirmasens-Bergzabern, geriet Baumgärtner wegen der Gewerkschaftshaltung in Konflikt mit seiner Partei. Er trat am 20.Februar 1951 aus der KPD aus und blieb bis Ende der Legislaturperiode fraktionsloser Landtagsabgeordneter, er war nicht mehr parteipolitisch organisiert. Friedrich Baumgärtner starb am 10. April 1957 in Ludwigshafen/Rh. an Diabetes.

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