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Brecht, Bertolt

* 10.2.1898, † 14.8.1956
Schriftsteller, Regisseur

Biographische Angaben aus dem Handbuch „Wer war wer in der DDR?“:


Geb. in Augsburg; Vater Dir. einer Papierfabrik; seit 1908 Realgymnasium, erste Schreibversuche; 1914/15 erste Veröff.; 1917 Notabitur; Studium der Lit., Philos., später auch Med. an den Univ. München u. Berlin; 1918 Sanitätssoldat, Verbindungen zum Augsburger Soldatenrat u. zur USPD; 1921 Exmatrikulation; 1922 erste UA eines Theaterstücks (»Trommeln in der Nacht«, München); Kleist-Preis; 1923 UA »Baal« in Leipzig; Dramaturg u. Regisseur in München; 1924 Übersiedl. nach Berlin; bis 1926 zeitw. Dramaturg bei Max Reinhardt am Dt. Theater; Besuch der Marxist. Arbeiterschule (MASCH); 1927 erste Gedichtsammlung (Hauspostille); 1928 erster großer Erfolg mit der »Dreigroschenoper«; seit 1928 Ehe mit  Helene Weigel; 1930 Beginn der Herausgabe der »Versuche«; Febr. 1933 Emigr. nach Dänemark; Frühj. 1934 dt. Staatsbürgerschaft aberkannt; 1935 Teiln. am Internat. Schriftst.-Kongreß in Paris; ab 1936 Mithrsg. der Ztschr. »Das Wort« (Moskau); nach Kriegsausbruch 1939 über die Stationen Helsinki, Stockholm, Moskau Flucht in die USA; ab 1941 Exil in den USA (Santa Monica).
1947 Verhör vor dem Committee of Unamerican Activities, sofortige Rückkehr nach Europa, zunächst Schweiz, ab 1948 Berlin; 1949 Gründung des Berliner Ensembles (BE, mit Helene Weigel), erste Premiere: »Mutter Courage«, danach engagierte, weltweit gewürdigte Theaterarbeit mit Modellinszenierungen eigener u. fremder Stücke; 1950 österr. Staatsbürger; ab 1951 neben  Hanns Eisler u.  Paul Dessau zeitw. Ziel der SED-Kunstkritik in der Formalismusdebatte; NP; ab 1951 Präs. des dt. PEN-Zentrums Ost-West; 1953 Absetzung von Brecht-Stücken in der Bundesrep. Dtl. wegen (verkürzt) veröff. Solidaritäterklärung mit  W. Ulbricht nach dem 17. Juni, interne Kritik B.s an verfehlter SED-Politik; Präs. des dt. PEN-Zentrums Ost u. West; ab 1954 Theater am Schiffbauerdamm; Gründungsmitgl. der DAK u. Vizepräs.; 1954/55 Int. Stalin-Friedenspreis; 1955 erfolgreichstes Gastspiel des BE in Paris mit großer Auswirkung auf frz. Theaterkultur; gest. in Berlin.
In seiner Programmatik, seinen Inszenierungen am BE sowie mit der analyt. Kraft seiner Werke zielte B. auf den aktiven Leser/Zuschauer u. die Veränderung der Ges.; verf. u. a. zeitgenöss. Stücke, wie »Die Gewehre der Frau Carrar« (1937) u. »Furcht u. Elend des Dritten Reiches« (1938), große Geschichtsdramen, so »Mutter Courage u. ihre Kinder« u. »Leben des Galilei« (1938/39), eine eigene – epische – Darstellungstheorie u. a. im »Kleinen Organon« (1948), dazu Lyrik, zumeist in freien Rhythmen, z. B. »Svendborger Gedichte« (1939) u. »Buckower Elegien« (1953).

Publ.: Große kommentierte Berliner u. Frankfurter Ausgabe (Hrsg. Werner Hecht u. a.). Berlin, Frankfurt (Main) 1988 ff.; Tagebü-
Sek.-Lit.: Völker, K.: B. B. Eine Biogr. München 1976; Schumacher, E. u. R.: Leben B.s in Wort u. Bild (mit Bibl.). Berlin 1978; Mittenzwei, W.: Das Leben des B. B. oder Der Umgang mit den Welträtseln. Berlin, Weimar 1986; Fuegi, J.: B. & Co. Hamburg 1997; Hecht, W.: B.-Chronik 1898 – 1956. Frankfurt (Main) 1998; Mayer, H.: B./Hans Mayer. Frankfurt (Main) 1996.
BRB; AnK

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