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Blum, Maria

* 27.10.1890, † 11.5.1965

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 27. Oktober 1890 in Schwabmünchen bei Augsburg als Maria Holl, Tochter einer Heimarbeiterfamilie (Bürstenmacher); Lehrmädchen in einer Stickerei, Bauernmagd. Zuletzt Verkäuferin in München, wo sie ihren Mann, den Sozialdemokraten Jakob Blum, kennenlernte. 1912 Übersiedlung nach Berlin, ab 1914 aktiv in der Antikriegsarbeit, dienstverpflichtet in den Munitionswerken in Berlin-Spandau. Im August 1917 zog sie nach Bad Kreuznach, dem Heimatort ihres Mannes. Dort trat sie in die USPD ein und gehörte während der Revolution zu den führenden USPD-Funktionären. Sie schleuste von der Polizei gesuchte Revolutionäre nach Luxemburg und übersiedelte im August 1920 selbst dorthin. Ende 1920 nahm Maria Blum an der Gründung der KP Luxemburgs teil, 1921 deshalb ausgewiesen. Sie ging nach Köln, wurde Mitglied der KPD, war in der Frauenabteilung des Bezirks Mittelrhein. 1923 besuchte sie die Reichsparteischule in Jena. 1926 gehörte sie zeitweilig der linken Opposition an. Zunächst Redakteurin in Aachen, 1928 zweite politische Redakteurin der »Thüringer Volkszeitung« in Jena und später in Erfurt. 1928 vom Reichsgericht in Leipzig verurteilt wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« zu eineinhalb Jahren Festung. Da Maria Blum im September 1930 im Wahlkreis Thüringen in den Reichstag gewählt wurde, konnte sie an den Sitzungen teilnehmen. Durch eine Amnestie einige Monate früher entlassen, kam sie 1931 nach Berlin, nun in die Reichsfrauenabteilung des ZK. Im November 1932 gelangte sie über den Reichswahlvorschlag wieder ins Parlament. Bis Juni 1933 illegale Tätigkeit, dann festgenommen und in der Untersuchungshaft schwer mißhandelt. Nach der Freilassung Ende 1933 in die Sowjetunion emigriert, war sie von 1934 bis 1936 unter dem Parteinamen Maria Herbst Kursantin an der West-Universität, 1937 Lehrerin an der Abendschule für deutsche Arbeiter. Ab 1938 in einem Emigrantenheim tätig, wurde sie 1941 nach Tomsk/Westsibirien verbannt. Im August 1947 Rückkehr nach Deutschland, sie behielt weiterhin den Namen Maria Herbst, trat in die SED ein und arbeitete nach einem längeren Sanatoriumsaufenthalt ab Januar 1948 an der SED-Landesparteischule Wiligrad. Von 1954 bis 1958 Mitarbeiterin am IML, sie betreute dort den Thälmann-Nachlaß. Maria Blum (Herbst) starb am 11. Mai 1965 in Ost-Berlin.

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