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Brandt, Gustav

* 4.4.1894, † 1945

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 4. April 1894 in Wolfsdorf/Krs. Elbing in Ostpreußen. Ab 1908 Angehöriger der Handelsmarine, 1910 Mitglied der SPD. 1914 Einberufung zur kaiserlichen Marine, während des Weltkrieges Anhänger der Spartakusgruppe. Im Dezember 1918 kam er nach Berlin und wurde dort Mitglied der Volksmarinedivision. 1919 trat er der KPD bei und arbeitete zunächst erneut als Seemann, anschließend auf Hamburger Werften, später als Wohlfahrtspfleger und Magazinverwalter tätig. Brandt leitete ab 1924 die Sektion der »Roten Marine« im RFB-Gau Wasserkante. Hier wirkte er als Instrukteur. Von 1931 bis 1933 gehörte Brandt der Hamburger Bürgerschaft an, ohne aber nennenswert hervorzutreten. 1933 verhaftet, im Zusammenhang mit den Ereignissen am »Altonaer Blutsonntag« vom Juli 1932 wurde er zu elf Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Münster verbrachte. Als er im Frühjahr 1945 mit anderen Häftlingen von Münster nach Werl überführt werden sollte, wurde der Transport nach Celle umgeleitet. Da er nie angekommen ist, liegt die Vermutung nahe, daß Gustav Brandt beim Evakuierungsmarsch im April 1945 von der SS erschossen wurde.

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