Biographische Datenbanken

Caro, Walter

* 19.6.1906, † 15.8.1988

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 19. Juni 1906 in Berlin, Sohn eines jüdischen Kaufmanns. Er besuchte das Sophiengymnasium in Berlin und begann im Oktober 1924 ein Studium, zunächst der Philosophie, dann der Chemie, 1930 promovierte er am Kaiser-Wilhelm-Institut für Faserstoffchemie in Berlin. Bis 1931 dort als Chemiker tätig, dann arbeitslos. Seit 1926 KJVD-Mitglied, 1930 trat er in die KPD ein, gehörte deren AM-Apparat an und übernahm Aufgaben für den sowjetischen Nachrichtendienst. Er selbst schrieb über seinen Lebenslauf im Oktober 1953: »Von Mitte 1930 an arbeitete ich in einer Sonderabteilung des ZK der KPD. Von 1932 bis 1951 war ich bezahlter politischer Funktionär. Aus dieser Tätigkeit schied ich nach meiner Rückkehr nach Deutschland auf eigenen Wunsch aus, um mich einer wissenschaftlichen Laufbahn zu widmen. 1935-1951 war ich im Ausland (Sowjetunion, China, USA). Über meine Tätigkeit von 1930 bis 1951 kann das ZK der SED Auskunft geben.« Nach seiner Rückkehr in die DDR 1951 zunächst Chemiker, ab Ende 1953 am Physikalisch-Chemischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin, habilitierte er sich 1963 bei Robert Havemann. Bis Ende 1968 Dozent für physikalische Chemie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Walter Caro ging im November 1972 nach West-Berlin, wo er am 15. August 1988 starb. Caros erste Lebensgefährtin Erna Eifler (* 31. 8. 1908 in Berlin) arbeitete als Stenotypistin. Seit 1927 Mitglied des KJVD, bis 1930 bei der sowjetischen Handelsvertretung tätig, 1930/31 in Moskau. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland Mitglied der KPD und Einsatz im AM-Apparat (Betriebsberichterstattung, Abteilung Chemie), wo sie mit Walter Caro zusammenarbeitete. Im Februar 1935 ging sie nach Moskau, dort Mitarbeiterin der 5. Abteilung der Roten Armee (GRU), hielt sich von Ende 1935 bis August 1938 mit Walter Caro in China auf. Sie erhielt eine nachrichtendienstliche Ausbildung und wurde im August 1939 in den Niederlanden eingesetzt. Nach Kriegsausbruch Rückkehr in die Sowjetunion. Im Mai 1942 Fallschirmabsprung bei Allenstein/Ostpreußen. In Berlin scheitert ihre Kontaktaufnahme, sie reiste weiter nach Hamburg, wo sie am 15. Oktober 1942 verhaftet wurde. Nach Gestapo-Verhören in Hamburg und Berlin Anfang Juli 1944 in das KZ Ravensbrück eingeliefert, dort wurde Erna Eifler am 7. Juli 1944 ermordet.

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Karl Dietz Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
Karl Dietz Verlag Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Tel. 030 - 29 78 45 34

Zum Abkürzungsverzeichnis