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Classen, Gertrud

* 3.7.1905, † 3.9.1974

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 3. Juli 1905 in Königsberg/Ostpreußen, Tochter eines Meiereiverwalters. Nach Lyzeum und Mittelschule Ausbildung bei einem Kunstmaler, Besuch der Kunstakademien in Königsberg und Berlin. Seit 1924 Bundesführerin des Wandervogelmädchenbundes, der sich 1926 mit anderen unabhängigen Pfadfinder- und Wandervögelbünden zur Deutschen Freischar zusammenschloß. 1928 Austritt aus der Freischar, demonstrativ forderte sie alle auf, Mitglied des KJVD zu werden. Sie gehörte zunächst der anarchistischen »Paul-Albrecht-Gruppe« bzw. der Leninjugend an, trat dann aber inoffiziell in die KPD ein. Ihre Bürgen waren Hans Kippenberger und Leo Roth. Sie arbeitete für den AM-Apparat der KPD u. a. zusammen mit den Töchtern des Chefs der Heeresleitung General Kurt von Hammerstein. Als Mitglied des ABBKD gründete sie den »Bund revolutionärer Fach- und Kunstschüler«. Nach 1933 illegale Arbeit als Leiterin einer Gruppe junger Künstler an der Vereinigten Staatsschule für freie und angewandte Kunst. Sie übermittelte gemeinsam mit dem Gartenarchitekten Walter Rossow während ihrer Reisen nach Frankreich und Großbritannien Geheiminformationen für den Nachrichtendienst der KPD. Nach einem längeren Aufenthalt in der Schweiz kehrte sie im Sommer 1939 nach Berlin zurück, wo sie mehrmals verhört und zeitweilig festgenommen wurde. Nach dem 20. Juli 1944 beschaffte sie für Ludwig von Hammerstein falsche Papiere und half ihm, unterzutauchen. Nach Kriegsende langjährige Krankenhausaufenthalte, von 1950 bis 1953 Meisterschülerin an der AdK in Ost-Berlin, bis 1965 freischaffende Bildhauerin. Gertrud Classen starb am 3. September 1974 in Ost-Berlin.

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