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Detjen, Heinrich

* 30.1.1899, † 27.2.1968

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 30. Januar 1899 in Saarbrücken, Sohn eines Zimmerer-Poliers; Maler, Anstreicher und Bauarbeiter, 1916 Mitglied der SPD. 1917 Soldat, im August 1918 Verhaftung wegen »Fahnenflucht und Aufwiegelung«, Haft in Koblenz. 1918 in der USPD, ab 1920 erneut in der SPD, 1927 trat Detjen in die KPD ein. Er war ehrenamtlicher Beigeordneter, ab 1929 Stadtrat in Saarbrücken, dann ab 1934 Vorsitzender der KPD-Fraktion. Von 1932 bis 1935 Abgeordneter im Landesrat, dem Parlament des Saarlandes. Detjen flüchtete im Februar 1935 nach Südfrankreich, arbeitete als Anstreicher und wirkte ab 1937 für die Rote Hilfe in Paris. Im September 1939 zeitweilige Internierung, anschließend in einer Arbeitskompanie, aus der er im September 1940 desertierte. Am 14. November 1940 in Paris verhaftet, nach Saarbrücken überstellt und nach einjähriger U-Haft am 11. November 1941 vom OLG Stuttgart zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er fand nach der Entlassung Arbeit als Anstreicher. Detjen wurde nach dem Einmarsch amerikanischer Truppen zum Bürgermeister der Stadt Saarbrücken ernannt, war ab Oktober 1946 Beigeordneter, ab April 1949 Stadtdirektor. Im November 1950 aus politischen Gründen entlassen, prozessierte er und wurde Angestellter beim städtischen Milchhof. Wegen seiner Prozesse gegen die Stadt Saarbrücken auf Weiterbeschäftigung bzw. Pensionierung leitete die KPD-Kontrollkommission ein Parteiverfahren ein und schloß Detjen aus der KPD aus. Er war zuletzt Kreisvorsitzender der VVN in Saarbrücken und Kandidat der DFU zur Stadtratswahl. Heinrich Detjen starb am 27. Februar 1968.

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