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Dollwetzel, Max

* 11.9.1883, † 25.9.1933

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 11. September 1883 in Hof/Oberfranken. Schlosser auf der Howaldt Werft in Kiel, später in Hamburg. Mitglied der SPD, 1914 trat er aus Protest gegen die Bewilligung der Kriegskredite aus. Als Facharbeiter nicht zum Militär eingezogen, schloß er sich 1917 zunächst der USPD und dem Spartakusbund, 1919 der KPD an, war 1918/19 im Arbeiter- und Soldatenrat in Hamburg. Wegen seines Engagements oft arbeitslos, zuletzt Wohlfahrtspfleger. Ab 1930 Mitarbeiter des AM-Apparates der BL Wasserkante, am 25.September 1933 wurde er von der Gestapo festgenommen und in das KZ Fuhlsbüttel verschleppt. Vier Tage später teilte die Gestapo der Familie mit, Dollwetzel hätte Selbstmord begangen. Erst in den sechziger Jahren erfuhren die Angehörigen von einem Mithäftling, daß Max Dollwetzel am 28. September 1933 im Folterkeller der Gestapo erschlagen worden war. Christian Gebhardt veröffentlichte auf der Internetseite des Projekts der »Arbeitsstelle für Hamburgische Geschichte« eine ausführliche Biographie über Max Dollwetzel.
Dollwetzels Söhne Erich (* 18. 1. 1911 – † 30. 5. 1981) und Heinrich (* 30. 3. 1912 – † 23. 4. 1966), beide Mitglieder des KJVD, flohen 1933 in die Sowjetunion. Erich wurde als Flieger ausgebildet, im November 1937 vom NKWD verhaftet und zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt. 1958 durfte er in die DDR ausreisen und arbeitete bei der SED-BL Dresden. Heinrich war 1934 in Hamburg in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden, arbeitete bis 1936 in der Landwirtschaft, studierte danach an der Militärschule der Panzertruppen in Rjasan. Von Mai 1937 bis Herbst 1938 war er Kommandeur einer Panzerkompanie der XI. Internationalen Brigade in Spanien. Nach Rückkehr in die Sowjetunion Verhaftung durch das NKWD und Verurteilung zu zwei Jahren Lager, anschließend Metallarbeiter in Tscheljabinsk. Bis 1945 Offizier der Roten Armee, kam Ende 1948 in die SBZ, SED-Funktionär in der Deutschen Verwaltung des Innern. 1956 1. Stellvertreter des Ministers für Nationale Verteidigung, zuletzt Stellvertreter des Chefs der Verwaltung Ausbildung. Die Tochter von Max Dollwetzel und Schwester von Erich und Heinrich, Barbara Reimann, veröffentlichte 2000 ihre Erlebnisse unter dem Titel: »...die Erinnerung darf nicht sterben... Barbara Reimann – Eine Biografie aus acht Jahrzehnten Deutschland«.

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Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
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