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Dressel, Fritz

* 1.6.1896, † 28 bis 193

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 1. Juni 1896 in Welsberg an der Eich/Oberfranken, Sohn eines Zimmermanns; lernte Zimmerer. Dressel war Kriegsteilnehmer in Frankreich und Rußland, nach Verwundung und Lazarettaufenthalt Rüstungsarbeiter in München. 1919 Mitglied der KPD und der BL Südbayern. Im März 1921 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, weil er auf einer Versammlung in München eine Solidaritätsresolution für Max Hoelz eingebracht hatte. Nach 15 Monaten wurde der Rest der Strafe auf Bewährung ausgesetzt. 1923 wählte ihn der VIII. KPD-Parteitag in die Mandatsprüfungs- und Orgkommission. Anfang 1925 Sekretär des KPD-Bezirks Südbayern, war Dressel zeitweise (während der Inhaftierung von Joseph Götz) Orgleiter. Im April/Mai 1927 besuchte er die Parteischule der KPD in Hohenstein (Sächsische Schweiz) und wurde anschließend Orgleiter in Südbayern (bis 1928) und zugleich Abgeordneter des Bayerischen Landtags (von 1928 bis 1933 Vorsitzender der KPD-Fraktion). Wegen einer von ihm und Herbert Müller im März 1929 angeführten Protestdemonstration von Münchner Erwerbslosen wurde er angeklagt und nach Aufhebung der Immunität zu mehreren Monaten Haft verurteilt. Noch im April 1933 protestierte er beim Gauleiter der bayerischen NSDAP, Wagner, gegen den Terror der SA. Seine Frau Dora (*8.12. 1897 – † 1. 4. 1993) wurde von der SA am 30. März 1933 als Geisel in Haft genommen. Am 3. Mai 1933 wurde Dressel verhaftet, die Wachmannschaft des KZ Dachau hetzte Hunde auf ihn. Von diesen Tieren zerfleischt, wurde er ins Krankenrevier des KZ gebracht, wo ihn die SA verbluten ließ. Fritz Dressel starb am 7. Mai 1933.

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