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Dubber, Bruno

* 11.11.1910, † 6.5.1944

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 11. November 1910 in Kirchwerder bei Hamburg als Sohn eines Schiffers; Dreher. 1925 Mitglied im DMV und KJVD. Nach der Gesellenprüfung 1928 entlassen, wurde Dubber Gelegenheitsarbeiter, dann hauptamtlich für den KJVD in Hamburg tätig. Im Februar 1929 nahm er am ersten Lehrgang der Reichsparteischule in Berlin-Fichtenau teil und wurde danach Orgleiter des KJVD Hamburg. Im August 1929 wegen Organisierung einer Demonstration gegen einen Stahlhelmaufmarsch festgenommen, saß er drei Monate in Untersuchungshaft. Deswegen im September 1930 angeklagt und zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, er entzog sich dem Strafantritt durch Flucht. Dubber wurde unter dem Namen Walter Kardolin im Oktober 1930 Orgleiter des KJVD in Schlesien. Im Januar 1932 wurde er Orgleiter in der Berliner Verbandsführung des ZK des KJVD. Hier arbeitete er eng mit Kurt Müller und Alfred Hiller zusammen. Obwohl Dubber in den Auseinandersetzungen zwischen Ernst Thälmann und der Neumann-Remmele-Gruppe letzterer nahestand, blieb er auch ab November 1932 unter Fritz Grosse, dem neuen KJVD-Vorsitzenden, Orgleiter des ZK. Im Frühjahr 1933 emigrierte Dubber nach Moskau, dort Praktikant im EK der KJI. Auf der Amsterdamer Tagung des KJVD im August 1933 aus dem ZK ausgeschlossen, weil er weiterhin an den Positionen von Heinz Neumann und Kurt Müller festhielt. »Bewährungseinsatz« in einem Swerdlowsker Großbetrieb. Er konnte im April 1934 nach Moskau zurück und wurde Instrukteur der KJI. Von September 1934 an lebte er (Parteiname Walter) als Berater des KJVÖ illegal in Österreich. Am 14.November 1938 wurde Dubber in Wien von der Gestapo verhaftet, schwer mißhandelt und zwei Jahre später nach Berlin-Moabit überführt. Am 13.Mai 1941 verurteilte ihn der VGH zu lebenslanger Zuchthausstrafe. Im Zuchthaus Bremen starb Bruno Dubber am 6. Mai 1944 an Tuberkulose. 1990 veröffentlichte Karl-Heinz Jahnke die Biographie: »Ein ungewöhnliches Leben: Bruno Dubber«.

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