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Eckardt, Carl

* 2.4.1882, † 29.1.1958

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 2. April 1882 in Salzungen/Thüringen; Schlosserlehre und Wanderschaft. Bis Juli 1912 Werkmeister in Berlin, dann Werkmeister, schließlich Betriebsleiter eines Vertriebsunternehmens für Tabake in Braunschweig. Mitglied der SPD, 1917 der USPD. Eckardt wurde während der Novemberrevolution Volkskommissar für Arbeit, später für revolutionäre Verteidigung im Rat der Volksbeauftragten in Braunschweig. 1919/20 war er Vorsitzender des USPD-Bezirks Braunschweig. Von 1918 bis 1920 Abgeordneter im Braunschweigischen Landtag, wurde im Juni 1920 im Wahlkreis Süd-Hannover-Braunschweig für die USPD in den Reichstag gewählt. Eckardt gehörte zu den Befürwortern einer Vereinigung mit der KPD und schloß sich den Linken an. Obwohl der USPD-Bezirksparteitag Braunschweig ihn mit Mehrheit aufforderte, sein Mandat zurückzugeben, behielt er es und wurde am 29. September 1920 aus der USPD ausgeschlossen. Er verließ mit den linken USPD-Abgeordneten (u. a. Otto Brass, Ernst Däumig, Hermann Remmele, Walter Stoecker) am 9. Oktober 1920 die USPD-Fraktion und bildete zunächst die USPD-Fraktion (Linke) und Anfang Dezember 1920 mit den beiden KPD-Abgeordneten Clara Zetkin und Paul Levi die VKPD-Reichstagsfraktion, der er bis 1924 angehörte. Danach nicht mehr aktiv. Im Zuge der Gestapo-Verhaftungsaktion »Gewitter« im August 1944 für einige Zeit inhaftiert, lebte nach 1945 in Thüringen. Politisch trat er nicht mehr hervor. Carl Eckardt starb am 29. Januar 1958 in Bad Liebenstein.

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