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Franken, Paul

* 27.6.1894, † 1944

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 27. Juni 1894 in Höhscheid/Krs. Solingen, Sohn eines Gießereiarbeiters. Formerlehre, nach Wanderschaft verschiedene Berufe. 1911 trat Franken der SPD bei. 1914 zum Kriegsdienst einberufen, schloß er sich 1917 der USPD an. Während der Novemberrevolution Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Solingen, 1919 Bezirkssekretär der USPD, trat bereits vor der Vereinigung mit der KPD 1920 dieser bei und wurde auf dem Vereinigungsparteitag im Dezember 1920 in den ZA gewählt. Im Januar 1921 bestätigte ihn die Zentrale als Bezirkssekretär der VKPD-Niederrhein mit Sitz in Solingen, später ging er als Parteisekretär nach Frankfurt/M. Im Februar 1921 wurde Franken im Wahlkreis Düsseldorf-Ost in den Preußischen Landtag gewählt. Er verurteilte die März-Aktion und unterstützte Paul Levis Kritik an der Zentrale. Als Vertreter der Opposition auf dem III. Weltkongreß der Komintern im Sommer 1921 in Moskau. Vom VII. Parteitag der KPD im August 1921 in Jena für den Bezirk Rheinland-Westfalen in den ZA gewählt, trennte sich Franken Anfang 1922 von der KPD und schloß sich zunächst der KAG an, behielt aber sein Landtagsmandat. Über die USPD wieder Mitglied der SPD, war Franken von Ende 1924 bis Anfang 1933 Redakteur des »Volksboten« in Zeitz. Bis 1933 gehörte er dem dortigen SPD-Vorstand an und war Vorsitzender des Gewerkschaftskartells sowie Leiter des sozialdemokratischen Bildungswesens. Von 1928 bis 1933 vertrat er die SPD im Preußischen Landtag. Ab Frühjahr 1933 lebte Franken zunächst illegal, bis er über die âSR nach Riga zu seiner Frau emigrierte. Flora Franken, geborene Goldberg (* 23. 8. 1899 – † 12. 3. 1991), Tochter eines jüdischen Angestellten, war von Anfang 1919 bis Ende 1921 Mitglied der KPD und arbeitete bis 1925 als Sekretärin in der Handelsvertretung der UdSSR. 1920 Eheschließung mit Paul Franken, 1925 wurde sie Mitglied der SPD und war bis 1933 Stadtverordnete in Zeitz sowie ab 1932 Provinziallandtagsabgeordnete der Provinz Sachsen. Als Sozialistin und Jüdin doppelt verfolgt, emigrierte Flora Franken nach Riga zu ihrer Mutter. Nach dem Machtantritt der Regierung Ulmanis in Lettland im Mai 1934 mußten die Frankens wieder flüchten, sie hielten sich einige Monate in Schweden auf, bis sie nach Erhalt der Einreiseerlaubnis im August 1934 in die Sowjetunion emigrieren konnten. Sie lebten in Leningrad, Paul Franken arbeitete in den Putilow-Werken, er wurde im Mai 1936 wieder in die KPD aufgenommen. Im November 1937 vom NKWD verhaftet, wurde Paul Franken in ein Lager im Polargebiet verschleppt, wo er im Herbst 1944 qualvoll ums Leben kam. Flora Franken durfte im Mai 1955 mit ihrem Sohn Peter in die DDR und arbeitete zunächst beim Dietz Verlag, später im IML.

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Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
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