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Goldenberg, Boris

* 7.8.1905, † 1980

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


(* 1905 – † 1980)
Geboren am 7. August 1905 in St. Petersburg als Sohn eines Rechtsanwalts; besuchte ab 1920 ein Gymnasium in Berlin, studierte Geschichte in Berlin und Heidelberg und promovierte 1930. Er war von 1924 bis 1926 (Ausschluß) in der SPD, ab 1927 in der KPD. Zusammen mit Franz Borkenau und Richard Löwenthal leitete er die Kostufra, die kommunistische Studentenorganisation. 1929 aus der KPD ausgeschlossen, Mitglied der KPO, ab 1932 der SAP. Seine Dissertation »Beiträge zur deutschen Vorkriegssozialdemokratie« (Heidelberg 1930) machte ihn bekannt. Im März 1933 in Berlin verhaftet und mißhandelt, konnte Goldenberg im April 1933 über Brüssel nach Paris emigrieren, dort war er in der Auslandsleitung der SAP (Pseudonym R. Frey). Von 1935 bis 1937 bei Verwandten in Palästina, danach kehrte Goldenberg nach Paris zurück und gehörte zu den Unterzeichnern des Volksfrontaufrufs vom Januar 1937. Bei Kriegsausbruch konnte er nach Südfrankreich fliehen und gelangte im September 1941 nach Kuba. Er lebte bis 1960 in Havanna als Lehrer und zuletzt Gastprofessor, kam dann als Gegner Castros über London 1964 nach Deutschland. Hier war Goldenberg von 1964 bis zum Ruhestand Leiter der Lateinamerika-Redaktion der Deutschen Welle in Köln. Neben einer Karl-Marx-Auswahl veröffentlichte er mehrere Bücher zu Kuba und zum Kommunismus in Lateinamerika. Boris Goldenberg starb 1980 in Köln.

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