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Herrmann, Otto

* 28.8.1889, † 7.6.1976

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 28. August 1889 in Rothenburg/ Saale, Sohn eines Hüttenarbeiters; Lehre und Arbeit als Schuhmacher. Nach Wanderschaft und Militärdienst ab 1911 Metallarbeiter und Straßenbahner (Wagenführer) bei der Leipziger Straßenbahn. Von 1914 bis 1918 Soldat. Herrmann trat 1918 der USPD bei und gehörte während der Revolution dem Leipziger Arbeiter- und Soldatenrat an. 1919 Mitglied der KPD und Betriebsratsvorsitzender bei der Leipziger Straßenbahn. Dort wurde er nach einem – von ihm organisierten – Protest-Streik für einen von der Polizei erschossenen Straßenbahner 1924 entlassen. Eine Spendensammlung ermöglichte es ihm, einen Tabakwarenladen in Leipzig zu eröffnen, den er bis 1933 führte. Herrmann gehörte zu den führenden Ultralinken bzw. zur Leipziger Gruppe der Weddinger Opposition, ging aber 1928 auf die Linie des ZK über. Danach war er von 1929 bis 1933 Abgeordneter des Sächsischen Landtages, 1930 Wahl als stellvertretender Beisitzer in die Sächsische Gemeindekammer. Seiner Verhaftung im Landtagsgebäude entging Herrmann im März 1933 nur knapp, er lebte zunächst illegal in der Lüneburger Heide und in Berlin. Am 11. Juli 1934 in Leipzig verhaftet, kam er bis Ende 1936 ins KZ Sachsenburg. Nach der Freilassung zog er nach Kyhna/Krs. Delitzsch, wo er als Gartenarbeiter beschäftig war. Von 1943 bis 1945 noch zur Wehrmacht eingezogen, kam er im Mai/Juni 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Zurückgekehrt nach Kyhna wurde Herrmann von Juni bis Oktober 1945 Bürgermeister, ab 17. Oktober 1945 Landrat in Delitzsch. Von 1951 bis 1953 Werkleiter, anschließend Kaderleiter der DDR-Handelsorganisation (HO) Delitzsch. Ab 1957 Rentner, er erhielt 1969 den VVO in Silber. Otto Hermann starb am 7. Juni 1976 in Kyhna.

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