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Hotopp, Albert

* 20.9.1886, † 1.8.1942

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 20. September 1886 in Berlin, Sohn eines Schmieds; lernte Kellner, ab 1904 Maschinenarbeiter in Bremen, fuhr dann zur See. Mitglied der SPD, trat 1912 als Anarchist aus der Partei aus. Während des Weltkrieges Funker, schloß er sich 1918 der USPD und 1920 der KPD an. Arbeitete nach dem Krieg als Heizer und Kranführer, war Betriebsratsvorsitzender und wirkte als ehrenamtlicher Funktionär der KPD im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg, wo er Bezirksverordneter war. Ab 1923 im Kurierdienst der Partei eingesetzt. 1924 vom Reichsgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, bis 1926 in Cottbus inhaftiert.
Im Gefängnis verfaßte er erste Erzählungen und wurde Schriftsteller. Sein bekanntestes Buch »Fischkutter H.F. 13« erschien 1930. Er war von 1926 bis 1933 Mitarbeiter der KPD-Führung in Finanzfragen, bis 1933 war er auch im Verlagswesen der KPD tätig, als Mitglied des BPRS redigierte er von 1929 bis 1933 die Monatsschrift der Universum-Bücherei »Magazin für alle« und soll noch 1933 Reichskassierer der Partei gewesen sein. 1934 emigrierte Hotopp in die Sowjetunion, lebte mit seiner Frau Gertrud und zwei Töchtern in Moskau, arbeitete hier als Dozent unter dem Parteinamen Hermann Lieben am Institut für Fremdsprachen, später war er Oberlehrer am 1. Sprachinstitut. Wie alle in die UdSSR emigrierten deutschen Kommunisten lieferte auch Hotopp während der Säuberungen Berichte über andere Politemigranten an die Führung. Um die eigene Parteiergebenheit zu beweisen oder aus ideologischer Verblendung »Wachsamkeit« gegen Abweichler zu demonstrieren, waren solche Informationen meist mit Verdächtigungen und Denunziationen vermischt. Diese Dossiers waren natürlich nicht der Grund für die Verhaftungen durch das NKWD, sondern dienten eher als nachträgliche Rechtfertigung der Festnahmen. Hotopp informierte z.B. schriftlich über Herwarth Walden, der wie er am Institut für Fremdsprachen lehrte, 1941 festgenommen wurde und als Opfer Stalins umkam. Hotopp selbst wurde ebenfalls am 31.Mai 1941 verhaftet, seine Frau und die Töchter im September 1941 nach Kasachstan verbannt.
Am 1. August 1942 wurde Albert Hotopp zum Tode verurteilt und bei Moskau erschossen. Gertrud Hotopp, geborene Horn (*3. 3. 1897 – †9.9. 1985), kam Ende 1955 in die DDR.

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Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
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