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Kersten, Kurt

* 19.4.1891, † 18.5.1962

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


(* 1891 – † 1962)
Geboren am 19. April 1891 in Welheiden bei Kassel, Sohn eines Grundbesitzers. Er studierte Germanistik und Philosophie in München und Berlin, promovierte 1914 zum Dr. phil. Im Weltkrieg von 1915 bis 1918 Soldat, mit dem EK I. Klasse ausgezeichnet. Im Krieg radikalisiert, wurde Mitarbeiter an der Zeitschrift »Aktion« von Franz Pfemfert. Er stand in der Weimarer Republik der KPD nahe und galt als kommunistischer Schriftsteller. Kersten veröffentlichte 1920 eine Biographie Lenins, gab 1923 den Band »Das heutige Rußland 1917 bis 1923« heraus und schrieb 1924 nach seiner Rußlandreise »Moskau – Leningrad. Eine Winterfahrt«. Er war Mitarbeiter kommunistischer Zeitungen, u. a. der »Roten Fahne«, ab 1928 aktiv im Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller. Kersten publizierte vor allem in den Presse-Organen von Willi Münzenberg. 1933 flüchtete er über Prag nach Paris. In der Emigration publizistisch gegen die Nazis tätig, gehörte er zu den Initiatoren und Mitgliedern der Deutschen Volksfront. Eng mit Münzenberg verbunden, unterstützte er diesen bei der Arbeit am Buch »Propaganda als Waffe«. Nach Münzenbergs Bruch mit Stalin wandte sich auch Kersten von der KPD ab, er schrieb nun in der »Zukunft«. Nach der Internierung in Frankreich 1939 gelangte er über Martinique nach New York. Auch als Emigrant blieb Kersten Schriftsteller und Historiker, er war 1955 Herausgeber von Arthur Rosenbergs Standardwerk »Entstehung und Geschichte der Weimarer Republik«. 1957 erschien in der »Deutschen Rundschau« der Artikel »Das Ende Willi Münzenbergs«. Darin vertrat er die These, ein »stalinistischer Fememord« an seinem Freund sei wahrscheinlich. Kurt Kersten starb am 18.Mai 1962 in New York.

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