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Kessel, Franziska

* 6.1.1906, † 17.4.1934

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 6. Januar 1906 in Köln, Tochter eines Maurers und SPD-Funktionärs. Sie arbeitete als Verkäuferin in Frankfurt/M. Mitglied der SAJ, 1926 Anschluß an den Internationalen Sozialistischen Kampfbund (ISK), 1928 Mitglied der KPD. Franziska Kessel wurde 1930 wegen KPD-Propaganda in der Polizei vom Reichsgericht zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. Nach ihrer Freilassung Frauenleiterin der BL Hessen-Frankfurt, sie wurde im Juli 1932 im Wahlkreis Hessen-Nassau in den Reichstag gewählt, dem sie bis März 1933 angehörte.
Im März 1933 aktiv bei der Organisierung des KPD-Widerstands in Bad Nauheim, am 4. April 1933 verhaftet, am 17. November 1933 vom OLG Darmstadt wegen »Verbrechens gegen §86 des StGB« zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Franziska Kessel wurde am 17. April 1934 in ihrer Gefängniszelle im Landgerichtsgefängnis Mainz »erhängt aufgefunden«. Angeblich war es Selbstmord, doch Mord ist nicht auszuschließen. Ihr dreizehn Jahre älterer Bruder Nikolaus Kessel (* 13. 1. 1893), von Beruf Plattenleger, war zeitweise Kölner Stadtverordneter, Polleiter des UB Köln und Redakteur an der »Sozialistischen Republik«. Nikolaus Kessel wurde am 9. Mai 1945 in Pulheim bei Köln von Plünderern erschossen.

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Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
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