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König, Wilhelm

* 4.6.1884, † 1945

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 4. Juni 1884 in Hetlingen/Krs. Pinneberg, kam als Kind nach Berlin; lernte Maschinenbauer. Vor dem Weltkrieg Mitglied der SPD. 1918 Vorsitzender des Arbeiterrates bei der AEG, 1920 Übertritt zur KPD. Bis 1923 im Betriebsrat der AEG Turbine Berlin, dann Betriebsratsvorsitzender. Jahrelang kandidierte er im Deutschen Metallarbeiterverband auf der Liste der Kommunisten. 1928 zog Wilhelm König für die KPD in den Preußischen Landtag ein. 1929 gewann er als Spitzenkandidat der »roten Liste« die Mehrheit bei der Betriebsratswahl der AEG Turbine in Berlin-Moabit. Da er sich gegen den ultralinken Kurs wandte, geriet er bald in Widerspruch zur Parteilinie. Er protestierte in einem Brief an das ZK gegen die Aufstellung »roter«, d. h. eigener kommunistischer Betriebsratskandidaten. 1930 kandidierte er schließlich zusammen mit Sozialdemokraten auf einer gemeinsamen Liste erfolgreich für die Betriebsratswahl im selben Betrieb. Es gelang ihnen dabei, die Mehrheitsverhältnisse völlig umzudrehen. Daraufhin wurde er aus der KPD ausgeschlossen, er blieb als Fraktionsloser im Parlament, ging später wieder zur SPD. Es deutet vieles darauf hin, daß Wilhelm König unter dem Decknamen Heinrich mindestens von 1935 bis 1937 als V-Mann der Gestapo über die illegale SPD und deren Betriebszellenarbeit berichtete. Er wohnte 1945 in der Fehmarner Straße 21 in Berlin-Wedding und wurde 1945 vom NKWD festgenommen und ist seitdem spurlos verschwunden.

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