Biographische Datenbanken

Kreft, Helene

* 25.1.1897, † 5.6.1974

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 25. Januar 1897 in Danzig als Helene Kletzin, Tochter eines Maurers; arbeitete zunächst als Hausgehilfin und lernte Schneiderin. Im Juli 1920 trat sie in die KPD ein, war Zellenkassiererin und Frauenleiterin und gehörte der KPD-BL Danzig an, von 1923 bis 1929 Abgeordnete im Danziger Volkstag. 1929 mußte sie aus gesundheitlichen Gründen ihr Mandat niederlegen. Ihr Mann August Kreft (* 15. 8. 1897 – † 11. 5. 1966), ein Hafenarbeiter, war von 1931 bis 1933 Leiter des Internationalen Seemannsklubs in Danzig. Ab 1931 betätigte sich Helene Kreft für die IAH und war Vorsitzende des Roten Frauen- und Mädchenbundes im Bezirk Danzig. 1935 kandidierte sie auf der Liste »Wähler kommunistischer Weltanschauung« und beteiligte sich an der Vorbereitung der Wahl, die bereits stark unter dem Nazi-Terror litt. Helene Kreft war 1937 die letzte gewählte Abgeordnete der Opposition, die im Danziger Volkstag das Mandat niederlegte. Ab 1937 gehörte sie der illegalen Leitung der KPD für Danzig an und hielt Verbindung zur illegalen KP Polen bis zu deren Auflösung. Von 1935 bis 1945 arbeitete sie als Schneiderin. Nach dem Einmarsch der Roten Armee war sie zunächst in der Führung der Danziger Kommunisten und organisierte die sogenannten Antifa-Transporte nach Deutschland. Anfang August 1945 traf sie im mecklenburgischen Krakow am See ein und kam auch hier in die örtliche KPD-Leitung. Seit Anfang 1947 lebte sie in Greifswald, dort 1947/48 Leiterin des Frauensekretariates der SED, 1949/50 Sekretärin des DFD, anschließend Angestellte beim Kreisausschuß der Nationalen Front bzw. bei der Konsumgenossenschaft Greifswald. Helene Kreft starb am 5. Juni 1974 in Greifswald.

© Die Urheberrechte am Lexikon und aller seiner Teile liegen beim Karl Dietz Verlag. Die Weiterverwendung von Biographien oder Abschnitten daraus bedürfen der Zustimmung des Verlages.
Redaktionsschluss: Mai 2008. Eine kontinuierliche Aktualisierung der Biographien kann von den Herausgebern nicht gewährleistet werden. Soweit bekannt, werden Sterbedaten in regelmäßigen Abständen nachgetragen. Änderungs- und Korrekturwünsche werden von den Herausgebern des Handbuches geprüft und ggfl. eingearbeitet (Mail an herbst@gdw-berlin.de).
Karl Dietz Verlag Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin, Tel. 030 - 29 78 45 34

Zum Abkürzungsverzeichnis