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Kühn, Kurt

* 19.6.1898, † 23.1.1963

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 19. Juni 1898 in Merseburg, Sohn eines Ziegelmeisters; lernte Elektromonteur. 1915 zur Kriegsmarine einberufen. 1919 wurde er Mitglied der SPD, 1923 der KPD. Von 1921 bis 1924 arbeitete Kurt Kühn als Elektromonteur in den Leuna-Werken bei Halle. Er war von April 1924 bis November 1932 Redakteur der KPD-Zeitung »Klassenkampf«, viele Jahre Stadtverordneter in Merseburg und gehörte von 1927 bis Anfang 1933 dem Provinziallandtag der Provinz Sachsen an. Ab November 1932 RGO-Bezirksleiter für Halle-Merseburg, dort auch im Sekretariat der KPD-BL Halle-Merseburg. Im Mai 1933 ging Kühn nach Hamburg und übernahm die Leitung der illegalen RGO Wasserkante. Anfang 1934 Leiter der RGO Berlin, Ende Januar wurde er verhaftet und am 26. April 1934 vom Kammergericht Berlin zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Juni 1939 entlassen, wieder Elektromonteur, knüpfte Verbindung zu Georg Schumann. Am 17. August 1944 erneut festgenommen, gegen ihn wurde ein Verfahren durchgeführt. Schumann und Otto Engert bewahrten Kühn durch entlastende Aussagen vor der sicheren Todesstrafe. Bis zum 20. März 1945 saß er in U-Haft in Leipzig und Dresden. Nach der Befreiung hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär in Sachsen sowie von 1946 bis 1950 Abgeordneter des Sächsischen Landtags, 3. Vizepräsident. Von 1947 bis 1950 Vorsitzender des FDGB Sachsen, war Kühn von 1950 bis 1952 Vorsitzender der IG Chemie der DDR. Später nach Leipzig übergesiedelt, arbeitete er an einer Biographie über Georg Schumann. Kurt Kühn starb am 23.Januar 1963.

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