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Langenfeld, Joseph

* 8.8.1887, † 23.6.1972

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 8. August 1887 in Niedermending/Krs. Mayen; lernte von 1902 bis 1905 das Polstererhandwerk. Bis 1909 hat er Deutschland als Handwerker durchwandert, dann selbständiger Polsterer. Von 1914 bis 1918 Soldat, nach dem Krieg in Düsseldorf als Metallarbeiter beschäftigt. 1918 der USPD und 1920 der KPD beigetreten, er übte verschiedene Parteifunktionen aus. Im Mai 1924 zog Langenfeld (Wahlkreis Düsseldorf) als Abgeordneter in den Reichstag ein. Im Dezember 1924 nicht wiedergewählt, in der Folgezeit auch kein hauptamlicher Funktionär mehr, sondern als Vertreter tätig. Aktiv im Freidenkerverband, bis 1933 KPD-Mitglied. Im Oktober 1933 hielt er an den Gräbern ermordeter Kommunisten auf dem Stoffeler Friedhof in Düsseldorf Gedenkreden, wurde denunziert und von der Gestapo verhaftet. Ende Oktober 1933 ins KZ Börgermoor gebracht, Weihnachten schwerkrank entlassen. Zuvor mußte er die übliche Erklärung unterschreiben und sich verpflichten, »in Zukunft jeden Verkehr mit Angehörigen oder Anhängern der Kommunistischen Partei oder Sozialdemokratischen Partei Deutschlands aufzugeben und mich jeder staatsfeindlichen politischen Betätigung oder Propaganda ... zu enthalten«. Es ist nicht bekannt, ob er nicht dennoch illegal gegen Hitler weiterkämpfte. Nach 1945 trat er politisch nicht mehr hervor. Joseph Langenfeld, der in Düsseldorf wohnte, starb am 23. Juni 1972.

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