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Langnau, Otto

* 11.11.1902

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 11. November 1902 in Brunau bei Danzig, Sohn eines Kleinbauern; Landarbeiter, von 1921 bis 1923 Bergarbeiter im Ruhrgebiet. Mitglied der KPD, dann zurück nach Brunau, dort 1928 Gemeindevertreter, von 1929 bis Anfang 1933 Gemeindevorsteher der Gemeinde Brunau. 1929/30 Aufenthalt in der Sowjetunion. Langnau war ab Januar 1928 Abgeordneter des Volkstages Danzig und ab Mai 1931 im Kreistag Großer Werder. Zu den Volkstagswahlen 1933 war er gemeinsam mit Anton Plenikowski Spitzenkandidat der KPD. Nachdem die Mandatskommission des Volkstages Plenikowskis Abgeordnetenmandat am 7. Oktober 1937 wegen dessen Flucht für ungültig erklärte, wurde Otto Langnau und Paul Serotzki mit Verfolgungsmaßnahmen gedroht. Beide traten einen Tag später aus der KPD aus und wurden als Hospitanten in die NSDAP-Fraktion aufgenommen. Nach 1945 veranlaßte die Kaderabteilung des ZK der KPD dann Untersuchungen über die Situation innerhalb der Danziger KPD 1937. Paul Serotzki erklärte, er und Langnau hätten sich mit diesem Schritt nicht nur der Verhaftung entzogen, sondern hätten auch die damalige KPD-Taktik des »trojanischen Pferdes« angewandt. Über Otto Langnaus weiteres Schicksal ist nichts bekannt.

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