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Latzke, Fritz

* 6.3.1900, † 29.9.1958

Biographische Angaben aus dem Handbuch der Deutschen Kommunisten:


Geboren am 6. März 1900 in Köslin; Tischler. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD, besuchte 1929/30 einen Lehrgang an der Reichsparteischule und war 1930/31 Kursant an der Internationalen Leninschule in Moskau. Danach zunächst Sekretär des KPD-UB Köslin, dann Sekretär der BL Pommern in Stettin. Bereits 1924/25 gehörte Latzke dem Provinziallandtag Pommern an und wurde im Juli 1932 (Wahlkreis Pommern) als KPD-Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Am 2. März 1933 verhaftet, kam er in »Schutzhaft«, zunächst nach Berlin-Plötzensee und im Februar 1934 ins KZ Esterwegen. Im Sommer 1934 entlassen, arbeitete er als Tischler. Im August 1939 zur Wehrmacht einberufen, 1944 schwer verwundet (Oberschenkelamputation). Bis September 1945 im Lazarett, kam Latzke als Flüchtling aus Pommern nach Schleswig-Holstein. Hier schloß er sich wieder der KPD an, wurde rasch einer der führenden Funktionäre der KPD in Schleswig-Holstein. Von 1947 bis 1949 Vorsitzender der KPD in Kiel, Mitglied des Sekretariats der Landesleitung, aber 1949/50 wegen »trotzkistischer Abweichungen und Titoismus« aus der KPD ausgeschlossen. Latzke verzog nach Nordrhein-Westfalen, war dort Hilfsarbeiter in einer Möbelfabrik. 1950 wurde er Mitbegründer der Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands (UAPD ) und blieb auch nach deren Auflösung Linkssozialist. Fritz Latzke starb am 29.September 1958 in Gütersloh.

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